NOZ: Kirchliche Hilfswerke kritisieren weltweit steigende Umsätze in der Rüstungsindustrie

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Kirchliche Hilfswerke kritisieren weltweit steigende Umsätze
in der Rüstungsindustrie

Misereor und Brot für die Welt: Immer mehr Waffen drohen Entwicklungserfolge
zunichtezumachen

Osnabrück. Angesichts der laut des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri
steigenden Umsätze in der internationalen Rüstungsindustrie fordern kirchliche
Hilfswerke eine restriktivere Rüstungspolitik. Pirmin Spiegel,
Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor, sagte der “Neuen
Osnabrücker Zeitung” (NOZ): “Aus Sicht von Misereor sind mehr Waffen kein Garant
für mehr Sicherheit und Frieden. Im Gegenteil: Waffen und Gewalt drohen die
Erfolge, die verschiedene Akteure der Entwicklungszusammenarbeit weltweit über
Jahre zum Wohle der Menschen aufgebaut haben, zu zerstören”.

Als ähnlich bedrohlich beurteilt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von
“Brot für die Welt”, die Lage: “Der weltweite Waffenhandel steigt seit Jahren
kontinuierlich an, und Deutschland kann sich als einer der fünf größten
Rüstungsexporteure der Welt einer Mitverantwortung an diesem Trend nicht
entziehen. Staaten, in denen seit Jahren Gewaltkonflikte toben, gehören auch
deshalb zu den ärmsten der Welt. Sie verzeichnen eher Rückschritte als
Entwicklungsfortschritte”.

Für das kommende Jahr rechnen die Vereinten Nationen aufgrund der zunehmenden
Anzahl von Krisen und Konflikten laut “Brot für die Welt” mit weltweit über 168
Millionen Hilfsbedürftigen. Füllkrug-Weitzel sagte der “NOZ” dazu: “Allein im
Jemen sind 24 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, das sind 80 Prozent der
Bevölkerung. Die Vereinten Nationen sprechen von der schwersten humanitären
Katastrophe weltweit. Trotzdem hat Deutschland sowohl 2018 als auch 2019
Rüstungsexporte an Staaten wie Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate
bewilligt. Beide sind am Krieg im Jemen beteiligt.” Füllkrug-Weitzel forderte,
Deutschland müsse sich “endlich an seine eigenen Grundsätze halten und
Rüstungsexporte in Krisenregionen, unter anderem an Staaten der von
Saudi-Arabien geführten Jemen-Kriegskoalition, ausnahmslos verbieten”.

Nach Ansicht des Hilfswerkes Misereor könne es eine friedlichere Welt nur geben
“mit sozialer Gerechtigkeit, mit Beendigung von Armut und Hunger, mit der
Anerkennung der Menschenwürde”. Hierzu leiste Entwicklungszusammenarbeit einen
entscheidenden Beitrag, diese müsse gestärkt werden, forderte Misereor-Chef
Spiegel. Mit Blick auf die Umsätze in der Rüstungsindustrie betonte er: “Wir
brauchen mehr Mittel für Krisenprävention und zivile Konfliktbearbeitung zum
Schutz der Menschenrechte weltweit.”

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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