NOZ: NOZ: Bundeswehr-Devotionalien: Schon 20 Anfragen bei Beratungsstelle

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Linke kritisiert „Geschichtsklitterung“

Osnabrück.- In der Debatte um rechtes Gedankengut und
Wehrmachtsverherrlichung in der Bundeswehr hat die neue
Beratungsstelle im ersten Monat ihres Bestehens schon 20 Anfragen
erhalten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine
Kleine Anfrage der Linken hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“
(Montag) vorliegt. Dabei ging es vor allem um den Umgang mit
Gedenktafeln, Gegenständen oder Fotos von Wehrmachtsangehörigen. Die
im Juli gegründete Ansprechstelle für militärhistorischen Rat (AmR)
gab 12 Antworten und riet meist dazu, zu den Exponaten
Erläuterungstafeln anzubringen oder sie in zugelassenen
militärhistorischen Sammlungen aufzubewahren.

Die Ansprechstelle befindet sich im Zentrum für Militärgeschichte
und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam und berät
Bundeswehr-Dienststellenleiter und Vorgesetzte, wie sie mit
historischen Ausstellungs- und Erinnerungsstücken umgehen sollen.
Dabei geht es auch darum, ob Exponate – insbesondere aus der Zeit des
Nationalsozialismus und der Wehrmacht – in einer Kaserne stehen
bleiben dürfen oder weg müssen.

Die Stelle bestätigt zum Beispiel die Entscheidung der
Bundeswehr-Universität Hamburg, ein Foto ihres Namensgebers,
Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt, in Wehrmachtsuniform wieder
aufzuhängen. Manch ein Rat ist aber durchaus umstritten. Bei einem
Zeitungsfoto von einem Richtfest im Dritten Reich, auf dem der Ansatz
einer Hakenkreuzfahne zu sehen ist, lautet die Empfehlung, „das
Hakenkreuz auf dem Foto so abzudecken, dass das Originalbild dabei
nicht beschädigt wird.“ Die Linke kritisiert dieses Vorgehen als
Manipulation eines Fotos und „Geschichtsklitterung“. Die
innenpolitische Expertin der Linken im Bundestag, Ulla Jelpke, sagte:
„Alleine schon die Tatsache, dass die Bundeswehr 72 Jahre nach dem
Zweiten Weltkrieg eine solche Ansprechstelle benötigt, zeigt, wie
schlecht es um das Geschichtsbewusstsein bei den Kommandeuren der
Bundeswehr steht.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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