NOZ: NOZ: Commerzbank-Chefvolkswirt beklagt Realitätsverweigerung in Rom

Krämer beklagt Realitätsverweigerung in Rom

Commerzbank-Chefvolkswirt: Verantwortungslose Haushaltspolitik

Osnabrück. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer hat die Steuer-
und Ausgabe-Pläne der künftigen Populisten-Regierung in Italien als
„gefährlich“ gebrandmarkt. „Die Staatsschuld Italiens beträgt bereits
heute 132 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, mehr als das Doppelte
dessen, was der Maastricht-Vertrag erlaubt“, sagte Krämer im Gespräch
mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). „Eine so aggressive
Haushaltspolitik ist vor diesem Hintergrund verantwortungslos.“

Die bevorstehende Koalition der rechten Lega mit der
Fünf-Sterne-Bewegung will Steuern und das Rentenalter senken sowie
ein Mindesteinkommen einführen. Zudem will das Bündnis die
Verschuldungsregeln der Eurozone neu verhandeln. „Dahinter steckt
Realitätsverweigerung“, urteilt Krämer, der den Grund für Italiens
Misere vor allem beim Staat sieht. „Italien bietet so schlechte
Rahmenbedingungen für Unternehmen wie manch ein mittelamerikanisches
Land.“ Daran habe sich in den letzten Jahren wenig geändert.

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