NOZ: Polizisten erschossen 2018 weniger Menschen

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Polizisten erschossen 2018 weniger Menschen

Elf Tote und 35 Verletzte durch Dienstwaffen – Gewerkschaft GdP:
Wort bleibt wichtigstes Einsatzmittel

Osnabrück. Polizisten in Deutschland haben im vergangenen Jahr bei
Einsätzen elf Menschen erschossen. Im Jahr 2017 hatte die Zahl noch
bei 14 Toten gelegen. Durch Dienstwaffen verletzt wurden im
vergangenen Jahr zudem 35 Menschen – nach 39 Verletzten im Jahr
zuvor. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die auf einer Abfrage
der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ bei den Innenministerien und
Polizeien der Bundesländer basieren. Nach einer Phase des
kontinuierlichen leichten Anstiegs ist die Zahl der Toten und
Verletzten nun wieder auf das Niveau von 2016 gesunken, als ebenfalls
elf Menschen durch Polizeischüsse starben und 28 verletzt wurden.
2015 waren es zehn Tote gewesen, im Jahr davor sieben Tote.

Seit Jahren liegen die Zahlen auf vergleichsweise niedrigem
Niveau. Berücksichtigt man, dass rund 300.000 Beschäftigte bei der
Polizei in Bund und Ländern arbeiten und davon rund 260.000
„vollziehende Kräfte“ sind, so ist der Schusswaffengebrauch in
Deutschland eher die Ausnahme. Im vergangenen Jahr schossen
Polizisten insgesamt 85-mal auf Menschen – statistisch gesehen also
alle 4,3 Tage einmal. Die Mehrzahl der Todesfälle geht laut den
Landesbehörden in der Regel auf Notwehr oder Nothilfe zurück: Die
Beamten schossen also, um sich selbst zu schützen oder anderen
Menschen in Lebensgefahr zu helfen.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der
Polizei (GdP), Jörg Radek, sieht die Zahlen als Beleg dafür, dass die
deeskalierende Strategie der Polizei wirkt. Radek sagte der „NOZ“:
„Das Wort ist das wichtigste Einsatzmittel einer Polizistin und eines
Polizisten“ – und eben nicht die Waffe. Der Gewerkschafter erklärte
zudem: „Es ist umso bemerkenswerter, dass der polizeiliche
Schusswaffengebrauch in etwa stabil bleibt, während die Zahl der
tätlichen Angriffe auf unsere Kolleginnen und Kollegen seit Jahren
zunimmt.“

In den allermeisten Fällen schossen Polizisten auch im vergangenen
Jahr, um gefährliche, kranke oder verletzte Tiere zu töten. Nach den
vorläufigen Zahlen griffen Beamte 2018 insgesamt 13.830-mal zur
Dienstwaffe, davon in 98,7 Prozent der Fälle, um auf Tiere zu
schießen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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