NOZ: SPD-Vize Stegner kritisiert Kevin Kühnert und Simone Lange

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SPD-Vize Stegner kritisiert Kevin Kühnert und Simone Lange

Kritik an “Ankündigung eigener Karriere-Ambitionen” vor Ende des
Mitgliedervotums – Schleswig-Holsteins SPD-Fraktionschef nennt Verhalten der
Flensburger OB “destruktiv”

Osnabrück. Einen Tag nach Beginn der Stichwahl um den SPD-Vorsitz hat der
schleswig-holsteinische SPD-Fraktionschef und Bundesvize Ralf Stegner Kritik am
Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert geübt, weil der sich Anfang der Woche bereits
als neuer Bewerber für einen der Vizeposten im SPD-Vorstand ins Gespräch
gebracht hatte. “Aus Respekt vor dem Mitgliedervotum finde ich die Ankündigung
eigener Karriere-Ambitionen bei anderen nicht gut und äußere mich auch selbst
erst dann, wenn das Ergebnis des Votums feststeht”, sagte Stegner der “Neuen
Osnabrücker Zeitung”. Die Stichwahl zum Mitgliedervotum läuft noch bis 29.
November. Stegner war mit seiner Mitstreiterin Gesine Schwan bereits in der
ersten Runde ausgeschieden.

Zudem machte Stegner deutlich, dass er sich nach einem womöglich knappen Ausgang
des Mitgliedervotums Sorgen um die Geschlossenheit der SPD macht. “Wir müssen
einen Aufbruch schaffen – mit programmatischer Klarheit und neuem Zusammenhalt”,
mahnte Stegner. Dafür wünsche er sich “mehr Signale”. Die SPD werde “nicht mehr
viele Chancen kriegen. Das muss jetzt sitzen.”

Noch deutlich schärfere Kritik als an Kühnert übte Stegner an Flensburgs
Oberbürgermeisterin Simone Lange wegen deren jüngsten Vorwürfen gegen
Bundesfinanzminister Olaf Scholz. “Die Flensburger Oberbürgermeisterin gibt ein
ganz trauriges Beispiel für unsolidarisches Verhalten in der SPD ab”, sagte
Stegner. Egal wie man zu Scholz stehe, sei Langes Kritik “in der Sache
destruktiv und im Ton unterirdisch” gewesen, wetterte Stegner. Lange hatte dem
um den SPD-Vorsitz kämpfenden Scholz und dessen Mitstreiterin Klara Geywitz in
einem offenen Brief an die Parteimitglieder politische Glaubwürdigkeit und
Überzeugungskraft abgesprochen. Scholz habe “in der Vergangenheit mindestens
dreimal zu viel versprochen”, schrieb Lange. Deshalb werde sie im
Mitgliedervotum für Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken stimmen.

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