Red Hand Day 12.2.: Weltweiter Aktionstag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten / Keine Waffen in Kinderhände

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Deutsches Bündnis Kindersoldaten fordert zum Red
Hand Day den kompletten Stopp von Kleinwaffenexporten und ein
restriktives Rüstungsexportkontrollgesetz

Anlässlich des Red Hand Day ruft das Deutsche Bündnis
Kindersoldaten die Bundesregierung auf, den Export von Kleinwaffen
und Munition komplett sowie alle Rüstungsexporte in Länder mit
bewaffneten Konflikten und schweren Menschenrechtsverletzungen zu
stoppen. Rund 250.000 Kindersoldaten und -soldatinnen werden in
mindestens 20 Ländern zum Kämpfen gezwungen oder als Spione,
Lastenträger und Sexsklaven missbraucht. In viele dieser Länder
liefert Deutschland Waffen.

»Auch im vergangenen Jahr hat Deutschland wieder massenweise
Rüstungsgüter in Konfliktregionen geliefert, beispielsweise nach
Saudi-Arabien, Indien oder in die Philippinen«, sagte Ralf Willinger,
Kinderrechtsexperte von terre des hommes und Sprecher des Deutschen
Bündnis Kindersoldaten. »In vielen Konfliktgebieten werden Kinder
getötet, verstümmelt, sexuell missbraucht und zum Dienst als Soldaten
gezwungen – auch unter Benutzung deutscher Waffen. All dies ist den
Verantwortlichen für die Rüstungsexporte bekannt, doch es wird
ignoriert. Wir protestieren mit dem Symbol der Roten Hand für einen
sofortigen Stopp dieser skandalösen Rüstungsexportpolitik.
Kindersoldatinnen und Kindersoldaten brauchen Freiheit, Frieden,
Hilfe bei der Bewältigung ihrer Traumata und Bildung – aber keine
deutschen Waffen.«

Als ersten Schritt fordert das Bündnis Kindersoldaten einen
kompletten Stopp des Exports von Kleinwaffen und entsprechender
Munition. Deren Verbreitung und Nutzung erweist sich selbst bei
Lieferungen an NATO- und EU-Länder als unkontrollierbar. Des Weiteren
sollte die gesamte Rüstungsexportpolitik dringend neu reguliert
werden, so Ralf Willinger. Dafür müsse ein restriktives
Rüstungsexportkontrollgesetz mit rechtlich verbindlichen,
einklagbaren Ablehnungskriterien erlassen werden. Die im
Koalitionsvertrag vorgesehene Schärfung der Rüstungsexportrichtlinien
der Bundesregierung reicht nicht aus. Diese Richtlinien sind
unverbindlich und haben nicht zu einer restriktiven
Rüstungsexportpolitik beigetragen, sondern zu immer neuen
Rüstungsexportrekorden.

Innocent Opwonya, ehemaliger Kindersoldat aus Uganda, schilderte
die verheerende Wirkung massenhaft verfügbarer Kleinwaffen aus
eigener Anschauung: »Die Konfliktgebiete quellen über mit Waffen
aller Art, die meisten davon kommen aus Europa und den USA. Ohne all
diese Waffen könnten viele Konflikte gar nicht geführt oder
weitergeführt werden. Ich appelliere an alle verantwortlichen
Regierungen, diese Waffenexporte in Kriegsregionen zu stoppen.
Fordern auch Sie als Bürgerin oder Bürger Ihre Regierung dazu auf.
Denn die meisten Opfer sind unschuldige Zivilisten und viele Kinder.
Ich habe meinen Vater und viele Freunde im Krieg verloren.«

Michael Schulze von Glaßer, politischer Geschäftsführer der DFG-VK
und deren Vertreter im Bündnis Kindersoldaten, lenkte den Blick auf
die Rekrutierungspraxis der Bundeswehr, die auch 17-jährige
Freiwillige anwirbt. »Die Bundeswehr bildet immer mehr Minderjährige
an der Waffe aus: Im Jahr 2017 waren es 2.128, ein neuer Höchstwert,
darunter 448 junge Frauen. Trotz der Forderung der Vereinten Nationen
und der Kinderkommission des Bundestags, diese Praxis einzustellen,
bewegt sich die Bundesregierung kein Stück. Dabei wäre es ein
Leichtes, das Alter auf 18 zu erhöhen und damit den international
geltenden Standard einzuhalten, denn ein Großteil der Bewerber wird
wenige Wochen oder Monate nach der Einstellung volljährig.«

Am 12. Februar 2002 ist das Zusatzprotokoll zur
Kinderrechtskonvention zu Kindern in bewaffneten Konflikten in Kraft
getreten, das den Einsatz von unter 18-Jährigen in bewaffneten
Konflikten verbietet. Seitdem gilt der Tag als internationaler Tag
gegen den Einsatz von unter 18-Jährigen als Soldaten. Anlässlich
dieses »Red Hand Day« ruft das Deutsche Bündnis Kindersoldaten
gemeinsam mit zahlreichen Organisationen weltweit zu Aktionen mit dem
Symbol der roten Hand auf. Bisher haben mehr als 400.000 Menschen in
über 50 Ländern weltweit mit ihrem Handabdruck gegen den Missbrauch
von Kindern als Soldaten protestiert. Auch in diesem Jahr finden
Rote-Hand-Aktionen in zahlreichen deutschen Städten statt, darunter
Berlin, Mainz und Freiburg. Viele Mitgliedsorganisationen des
Deutschen Bündnis Kindersoldaten unterstützen Hilfsprojekte für
Kindersoldaten und -soldatinnen in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Für Rückfragen/Interviews:

Vertreter der Mitglieder des Deutschen Bündnis Kindersoldaten:
– terre des hommes, Tel.: 05 41 / 71 01-126, presse@tdh.de
– Kindernothilfe, Tel.: 02 03 / 77 89-242,
christian.herrmanny@kindernothilfe.de
– DFG-VK, Michael Schulze von Glaßer, Mobil: 01 76 / 23 57 52 36,
svg@dfg-vk.de

Weitere Informationen im Internet:
– kindersoldaten.info
– redhandday.org
– aktion-rote-hand.de

Mitglieder des Deutschen Bündnis Kindersoldaten:
Aktion Weißes Friedensband, Dt. NK des Lutherischen Weltbundes,
Deutsche Friedensgesellschaft DFG-VK, Kindernothilfe, missio,
Netzwerk Afrika Deutschland, Quäker-Hilfe Stiftung, terre des hommes,
UNICEF Deutschland, World Vision

Original-Content von: terre des hommes Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell

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