Rheinische Post: Kommentar / Bewegung in Russland = Von Gregor Mayntz

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Der Westen kann sich auf turbulente Zeiten in
Russland bis zur Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr einstellen.
Dass Wladimir Putins Herausforderer Alexej Nawalny bereits vor der
Teilnahme an einer seiner Demonstrationen in Gewahrsam genommen und
dann zu 30 Tagen Haft verurteilt wurde, spricht Bände über die
wachsende Nervosität der Machthaber. Putin weiß seit den Protesten
von Ende 2011, wie schnell diffuse Unzufriedenheit auf den Straßen zu
Rücktrittsforderungen an ihn werden kann. Und er hat aus seiner
KGB-Zeit in der untergehenden DDR gelernt, dass ein Regime dann zu
Ende geht, wenn das Volk plötzlich keine Angst mehr vor dem
Staatsapparat hat. Genau dieses Phänomen war an diesem
Nationalfeiertag auf russischen Straßen zu beobachten. Der Populist
Nawalny ist zwar keine Galionsfigur liberaler Demokratie. Aber er
versteht es, die Verbitterung über Korruption zu bündeln und den
Protest in die Breite zu treiben. Dass Putin sein Land bei der
Fußball-WM demokratisch präsentieren will, könnte ihn schützen.

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