Rheinische Post: Kommentar / Fähigkeit vor Alter = Von Thomas Reisener

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Die geplante Absenkung des Mindestalters für
Moped-Führerscheine von derzeit 16 auf 15 Jahre ist vertretbar. Die
billigen Zweitakt-Maschinen nerven zwar mit ihrem charakteristischen
Zwiebacksägen-Sound, sind aber auch nicht gefährlicher als E-Bikes.
Gerade in den ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens sind Mopeds
für junge Menschen oft die einzige praxistaugliche Möglichkeit, zur
Schule oder zur Arbeit zu kommen.

Wichtiger als das Alter ist die Qualifikation. Wer sich gründlich
hat ausbilden lassen und den sicheren Umgang mit seinem Gefährt in
einer strengen Prüfung nachgewiesen hat, sollte fahren dürfen. Im
Gegenzug zur Liberalisierung der Altersgrenze darf der Staat bei den
Ausbildungsvorgaben gerne etwas nachschärfen. Übrigens nicht nur beim
Ersterwerb eines Führerscheins. Dass die meisten Führerscheine in
Deutschland lebenslange Gültigkeit haben, ohne dass ihr Besitzer
seine Fahrtüchtigkeit jemals wieder nachweisen muss, ist ein Unding.
Wer motorisiert am Straßenverkehr teilnimmt, sollte regelmäßig
nachweisen müssen, dass er dazu noch in der Lage ist.

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