Rheinische Post: Kommentar / Merkels Frauen-Show = Von Antje Höning

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Das Anliegen ist ehrenhaft: Angela Merkel will
die Frauenrechte stärken. Hier liegt viel im Argen – weniger in
Deutschland als in anderen Teilen der Welt. Frauen werden vielerorts
von Bildung, Berufen und Landbesitz ausgeschlossen. Wie kann man aus
Machismus ein Potenzial nur so verschwenden! Aber: Der Gipfel wird
daran nichts ändern. Eine Show – schöne Bilder, blasse Inhalte. Dass
Merkel Ivanka Trump, die “First Daughter” der USA, als Stargast
holte, ist machtpolitisch geschickt. Über sie kann die Kanzlerin
Einfluss auf den unberechenbaren Präsidenten nehmen. Doch für die
Sache der Frauen ist Trump keine überzeugende Botschafterin. Ihr
Vater brüstete sich damit, Frauen in den Schritt zu fassen. Er
verschärfte durch sein Abtreibungsdekret die Not von Frauen in
Entwicklungsländern. Von der Tochter ist hierzu kein Wort der Kritik
bekannt. Ivanka Trump nannte sich in Berlin “Feministin”. Oh je!
Emanzipation ist, wenn Frauen kraft ihrer Fähigkeiten so
selbstverständlich Karriere machen können wie Männer. Emanzipation
heißt nicht, als Papis Tochter erfolgreich zu sein.

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