Rheinische Post: Kommentar / Putin und die Kanzlerin = Von Gregor Mayntz

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Was ist ein Waffenstillstand wert, wenn seit
dessen Beginn über 300 Menschen getötet wurden? Dringend muss die
Verabredung über ein Ende des Blutvergießens in der Ukraine
Wirklichkeit werden. Die Erwartung an die Mailänder Gespräche mit
Russlands Präsident Putin war daher groß. Wenn der Kreml-Herrscher
gewollt hätte, wären die noch verbliebenen Probleme als technische
Details in die Hinterzimmer delegiert worden, und es hätte den
erhofften Durchbruch gegeben. Doch noch steht die Strategie im Weg.
Offensichtlich will Putin einerseits eine dauerhafte Destabilisierung
der Ukraine, um sie von EU und Nato zu isolieren, andererseits will
er den russischen Einfluss auf Teile der Nachbarregionen erweitern.
Das aber macht die Bundeskanzlerin nicht mit, die Russland noch aus
DDR-Perspektive erlebt hat. Wenn der Fehlschlag von Mailand ein Gutes
hat, dann die bei Putin gewachsene Erkenntnis, dass er gegen Angela
Merkel seine Erwartungen vergessen kann, allein mit puren
Versprechungen die westlichen Sanktionen wieder aufweichen zu können.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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