Schwäbische Zeitung: Trassengegner links wie rechts – Kommentar

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Jetzt haben also auch die Grünen ein
Stromtrassen-Problem. Damit befinden sie sich in bester Gesellschaft
mit der CSU – wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen.

In der CSU sitzt der oberste Trassengegner an der Parteispitze.
CSU-Chef Horst Seehofer hat sich zum Verbündeten der
Bürgerinitiativen gemacht, die sich gegen Stromautobahnen vor ihrer
Haustür einsetzen. Unter christsozialen Wirtschaftspolitikern
grummelt es. Sie sehen den Standort Bayern gefährdet. Umgekehrt ist
es bei den Grünen: Während die Parteispitze die Energiewende an die
erste Stelle setzt, und akzeptiert, dass dazu auch neue
Stromleitungen notwendig sind, murren jene, die sich vor Ort um den
Landschaftsschutz sorgen.

So sollten die Grünen sich mit den Skeptikern in ihren eigenen
Reihen auseinandersetzen, bevor sie Seehofer Populismus vorwerfen.
Und die CSU muss sich fragen, ob sie noch die Partei sein will, die
dafür sorgt, dass die Wirtschaft in Bayern auch in Zukunft brummt.
Mit Blick auf die Stromtrassen-Diskussion sind da momentan leise
Zweifel angebracht.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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