Glaubwürdigkeit, predigte vor vielen Jahren der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel, entstehe durch die Übereinstimmung von Wort und Tat. Wenn die Menschen sähen, dass Versprechen tatsächlich eingelöst würden, fassten sie Vertrauen. Für seine Nachnachfolger an der Spitze des Landes, Cem Özdemir und Manuel Hagel, gilt das nicht minder. Doch das neue grün-schwarze Führungsduo zeigt gerade, wie man es nicht macht. (…) Mehrere Gelegenheiten, mit gutem Beispiel voranzugehen, hat die grün-schwarze Regierung schon verstreichen lassen. Die Zahl der Ministerien etwa blieb unverändert, obwohl es durchaus Spielräume gegeben hätte. Auch an die vielen Staatssekretärsposten, die unter Kretschmann entstanden waren, ging Grün-Schwarz nicht beherzt heran. Dabei werden sie weniger zum Regieren benötigt, als vielmehr zur Absicherung von innerparteilicher Macht. Wer seine Leute zu versorgen weiß, stärkt seine eigene Position. Am Ende aber schwächt er die Akzeptanz der Demokratie.
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