Stille Nacht, kalte Nacht: MOKLI hilft obdachlosen Jugendlichen durch den Winter

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Wenn Konflikte in der Familie übermächtig werden,
erscheint manchem Jugendlichen ein Leben auf der Straße als letzter
Ausweg. Bei Minusgraden kann dieser Schritt jedoch lebensgefährlich
werden. Die neue mobile Website MOKLI hilft jungen Obdachlosen
schnell und unkompliziert – nicht nur in der dunklen Jahreszeit. Die
Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank
würdigten das Projekt in diesem Jahr als „Ausgezeichneten Ort im Land
der Ideen“.

Die Familie versammelt sich an der festlich geschmückten Tafel,
die Geschenke warten unter dem Christbaum aufs Auspacken. Während die
meisten in diesen Wochen Heiligabend entgegenfiebern, sieht die
Realität obdachloser Jugendlicher anders aus: Auch an den Feiertagen
ist die Straße ihr Zuhause – und wird bei winterlichen Temperaturen
zum gefährlichen Ort. „Viele Jugendliche trinken Alkohol oder nehmen
andere Drogen, um ihren Leidensdruck und den Schmerz des
Nicht-Geliebt-Werdens für einen Moment zu vergessen“, sagt Jörg
Richert, Gründer der neuen Plattform MOKLI vom Berliner Verein
KARUNA. „Verändert sich unter dem Drogeneinfluss das Kälteempfinden,
nimmt man die Minusgrade nicht mehr wahr.“ Mit möglicherweise fatalen
Folgen: Unterkühlung oder sogar der Kältetod drohen.

Smartphone als Rettungsanker

Um Schlimmes zu verhindern, unterstützt in diesem Winter erstmals
die Hilfefinder-Website MOKLI jugendliche Obdachlose bei der
Schlafplatzsuche. Von ihnen gibt es immer mehr auf Deutschlands
Straßen. Derzeit sind laut Deutschem Jugendinstitut (DJI) rund 37.000
junge Menschen ohne festen Wohnsitz. Etwa zwei Drittel davon sind
Jungen, jeder Fünfte (20 Prozent) ist minderjährig. Die meisten sind
per Smartphone bestens vernetzt. Jörg Richert: „Dieses Hilfenetz wird
oft unterschätzt. Als Experten ihrer Lebenssituation geben sich die
Jugendlichen untereinander Ratschläge und entwickeln Lösungen, auf
die wir nicht kommen.“

Ein Know-how, das die Mitarbeiter von KARUNA auch für die
Entwicklung ihrer Plattform nutzen. Im Austausch mit Mitgliedern der
Straßenkinderinitiative MOMO wird schnell klar, was für die Umsetzung
von MOKLI gelten muss: Weniger ist mehr. Jörg Richert: „Die
Jugendlichen stehen unter Stress, sind oft in großer Not. Daher darf
das MOKLI-Datenvolumen nur so groß sein, dass es schnell
heruntergeladen werden kann. Statt auf Clips und technische
Spielereien setzen wir auf leicht verständliche Icons.“ Rund 3.500
Anlaufstellen in ganz Deutschland zeigt die interaktive MOKLI-Karte
an – neben Schlafplätzen zum Beispiel die nächste mobile Dusche oder
Kleiderkammer, außerdem Cafés und Tafeln, die eine warme Mahlzeit
bereithalten. Auch Ärzte und Beratungsstellen, die Obdachlose
betreuen, Kultur- und Freizeitangebote sowie die Kontaktdaten von
Straßenzeitungen sind abrufbar. Über die MOKLI-WhatsApp-Gruppen
können sich Betroffene deutschlandweit austauschen.

Couch-Hopping gegen die Kälte

Was fehlt den Jugendlichen am meisten? „Zuwendung – und die
Erfahrungen, um ein Leben auf der Straße zu meistern“, sagt Jörg
Richert. „Wir wissen aus unserer Arbeit, dass viele über Monate
Couch-Hopper sind, sich über die sozialen Netzwerke eine Unterkunft
organisieren. Oft werden sie dort Opfer von Gewalt und Missbrauch.“
Wer über MOKLI eine Bleibe für die Nacht sucht, kann sich auf die
Sicherheit seines Quartiers, etwa einer Inobhutnahmestelle,
verlassen. Und wenn MOKLI nicht weiterhelfen kann? „Für dringende
Fälle gibt es den Notfall-Button, über den man anonym Kontakt zu den
KARUNA-Mitarbeitern aufnehmen kann“, sagt Jörg Richert, „wir suchen
dann von Berlin aus nach einem Ausweg, etwa nach einer Bleibe oder
Beratungsstelle vor Ort.“

Die interaktive Plattform gibt es bisher auf Deutsch, Englisch,
Arabisch und Polnisch. Der Wunsch von KARUNA: Künftig soll es ein
Hilfefonds ermöglichen, über MOKLI bis zu 1.000 Übernachtungen zu
steuern. Um im Notfall noch schneller helfen zu können.

Deutschlands Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land
der Ideen“

„Offen denken. Damit sich Neues entfalten kann“: Die Initiative
„Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank prämieren 2017
bundesweit die 100 besten Projekte, die zeigen, wie Offenheit für
Neues unsere Gesellschaft voranbringen kann.

Das Interview mit den Mokli Gründern finden Sie unter:
http://ots.de/4L8SD

Weitere Infos zum Wettbewerb und zur MOKLI-Plattform:
www.ausgezeichnete-orte.de sowie www.karunaberlin.de.

Pressekontakt:
Für Rückfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an das
Pressebüro der Initiative:
Magdalena Matthies
Tel.: +49/030 7261 46 -765
Mail: presse-LdI@fischerappelt.de
www.ausgezeichnete-orte.de
https://www.db.com/cr/de/konkret-ausgezeichnete-orte.htm

Original-Content von: Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“, übermittelt durch news aktuell

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