Südwest Presse: KOMMENTAR · KONJUNKTUR

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KOMMENTAR · KONJUNKTUR

Hausgemachte Schwäche Sind 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum viel
oder wenig? Viele Staaten in der EU werden uns für die Prognose der
Wirtschaftsforscher beneiden. Auch gemessen am Mini-Plus der Jahre
2012 und 2013 ist es viel. Und doch erscheint es als bescheiden
gemessen an den bis zu zwei Prozent, die viele Experten noch vor
einem halben Jahr für wahrscheinlich gehalten hatten. Seither haben
sich viele internationale Konflikte aufgetan, von der
Ukraine-Russland-Krise über den Nahen Osten bis Ebola. Das ist Gift
für den internationalen Handel und für die Stimmung in der deutschen
Wirtschaft. Aber die Probleme sind auch hausgemacht, wie die Forscher
deutlich sagen: Die große Koalition testet die Belastungsfähigkeit
der Unternehmen durch die Mütterrente, die Rente mit 63 und den
Mindestlohn. Jedes für sich sind es ehrbare Projekte. Doch entweder
sind sie falsch finanziert, oder sie sind ein Praxistest mit
ungewissem Ausgang. Auch die besten Experten stochern im Nebel bei
der Frage, ob und wie viele Arbeitsplätze der Mindestlohn kostet. Die
Belastungen wären erträglicher, wenn die Koalition gleichzeitig mehr
für die Konjunktur tun würde, ob durch eine Entlastung bei der kalten
Progression oder mehr Investitionen. Das Problem ist nicht nur das
Prestigeprojekt der schwarzen Null im Bundeshaushalt 2015. Es ließen
sich auch immer noch jede Menge Subventionen und Steuervorteile
streichen. Doch da trauen sich die Politiker nicht dran.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

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