WAZ: Fall Schwerte: Wer hat weggeguckt? – Kommentar von Dietmar Seher zum Waffenfund

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Warum reagiert die Öffentlichkeit ängstlich, selbst
wenn es um legale Schusswaffen geht? Es ist nicht nur die potenzielle
Gefährlichkeit jeder Waffe. Es ist auch die Unsicherheit, wer sie
wofür einsetzen könnte. Das unterscheidet Deutschland von den USA, wo
Waffenbesitz ein „Jedermannsrecht“ ist.

Immer wieder stellen sich doch diese Fragen: War nicht die Knarre
in der Hand des Täters von Winnenden auch legal? Sind nicht gerade
Amokläufer eher auf behördlich gemeldete Jagdwaffen angewiesen, weil
sie gar keinen Zugang zum großen, illegalen, oft aus ausländischen
Krisengebieten gespeisten Markt haben?

Deshalb ist die (waffenlose) Mehrheit der Deutschen nur zu
beruhigen, wenn die Kontrollen des Staates ausreichend dicht sind,
wenn die Verbindung zwischen Waffe und Eigentümer ständig überprüfbar
ist. Die Rechtslage verpflichtet dazu. Bisher schien das Praxis zu
sein.

In Schwerte hat der Zoll jetzt das wohl größte Arsenal ausgehoben,
das je bei Kontrollen aufflog. Es waren legale Waffen. Nur hat der
Händler damit offenbar ohne Lizenz gedealt. Damit war nichts unter
Kontrolle. Das macht den Fall fragwürdig.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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