WAZ: Griechenlands riskanter Kurs. Kommentar von Gudrun Büscher zu Tsipras in Moskau

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Die Botschaft aus Moskau war deutlich: Griechenland
ist ein souveräner Staat und lässt sich nicht vorschreiben, mit wem
gute Kontakte gepflegt werden und mit wem nicht. In der Tat klangen
die jüngsten Belehrungen aus Brüssel Richtung Athen unangemessen
oberlehrerhaft. Griechenland ist nicht das pubertierende Kind der
Euro-Familie, auch wenn Regierungschef Tsipras in Moskau einen
riskanten Kurs fährt. Der Premier hat beim russischen Präsidenten
nicht um Geld gebeten, aber er stärkt die Versuche Putins,
europäische Sorgenstaaten aus der geschlossenen Haltung gegen seine
Ostukraine-Politik herauszulösen. Wenn die russische Regierung
Griechenland hilft, wird das einen Preis haben, der nicht in Rubel
oder Euro beglichen werden soll. Moskau will das Ende der westlichen
Sanktionen. Putin weiß, welcher Weg dorthin führt. Über Athen aber
darf er nicht gehen.

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Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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