WAZ: Turbo-Abitur – ein Ende mit Schrecken – Kommentar von Tobias Blasius zur NRW-Schulpolitik

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So viel Regierungspragmatismus schon vor der
Amtseinführung war selten. Der künftige NRW-Ministerpräsident Laschet
entledigt sich im Vorbeigehen des schulpolitischen Dauerbrenners
„Turbo-Abitur“. Das Land kehrt 2019 überraschend zum G9 als Regelfall
zurück. Das von CDU und FDP so lange favorisierte G8 schrumpft zur
Ausnahmeoption. Klang es im Wahlkampf nicht exakt umgekehrt?

Laschet musste offenbar einsehen, dass er nicht jedem der
landesweit 630 Gymnasien die Strukturentscheidung über das
„Turbo-Abitur“ als Wahlfreiheit vors Schultor werfen kann.
Monatelange Selbstbeschäftigung kann das in Bildungsranglisten
notorisch hinterher dümpelnde NRW am allerwenigsten gebrauchen. Da
ringt sich Schwarz-Gelb lieber zu einer Leitlinie durch, die sich am
Zeitgeist orientiert: Das Abiturzeugnis gibt es an den allermeisten
Gymnasien wieder nach 13 Jahren. Punkt.

Ob die Schulzeitverkürzung von 2005 wirklich solch ein Teufelswerk
war, wie 500.000 Unterschriften eines Volksbegehrens glauben machen
wollen, soll nicht weiter ausgeleuchtet werden. Laschet zieht der
schulpolitischen Debatte ohne Ende lieber ein Ende mit Schrecken vor.

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Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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