WDR-Magazin Westpol: Wieder schockierende Bilder von leidenden Tieren

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Die Bilder schockierten nicht nur Landespolitiker: Vor zwei Jahren
tauchten Aufnahmen von offenkundig leidenden Tieren in NRW auf. Die
Bilder zeigten Schweine mit zum Teil abgebissenen Schwänzen und
entzündeten Gelenken – und waren ausgerechnet auf dem Hof der
damaligen NRW-Umweltministerin Christina Schulze Föcking (CDU)
entstanden. Jetzt weist der Verein „tierretter.de e.V.“ erneut auf
Bildmaterial hin, das auf Höfen in Schulze Föckings Heimat, dem Kreis
Steinfurt, aufgenommen wurde. Das WDR-Magazin „Westpol“ hat die
Aufnahmen exklusiv ausgewertet. Zu sehen ist ein Tier mit einem
Nabelbruch: „Da schleifen eindeutig die Innereien über den Boden, der
ganze Beutel ist blutig“, so Ilja Briggs vom Verein „tierretter.de
e.V.“.

Christoph Brundiers, Leiter des Veterinäramtes im Kreis Steinfurt,
kennt die Höfe, auf denen die Aufnahmen entstanden sind. „Das sind
natürlich keine Zustände, die so akzeptabel sind“, räumt er ein. Bei
etwa jeder zehnten Kontrolle stößt Brundiers nach eigenen Angaben auf
Tierschutzmängel. Behandelt werden sie zumeist als
Ordnungswidrigkeiten. Die Höfe müssen dann oft Zahlungen im
dreistelligen Bereich leisten. Dabei wurden im letzten Jahr nur 16
Prozent der Betriebe im Kreis Steinfurt überhaupt kontrolliert. 2014
– vor dem Fall Schulze Föcking – war es sogar nur jeder zehnte
Betrieb.

Aus Sicht von Karl Fikuart, der viele Jahre als Veterinär im Kreis
Steinfurt tätig war, zeigen die aktuellen Bilder „klare
Straftatbestände“. Seine Vermutung, warum viele Tiere nicht
tierärztlich behandelt werden: „Der Wert des Schweines ist wesentlich
niedriger, als die Kosten, die dadurch entstehen.“ Eigentlich gibt
das Tierschutzgesetz klare Regelungen vor: Wer einem Wirbeltier
anhaltende Schmerzen oder Leiden zufügt, wird mit einer
Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe
bestraft.

Für Ursula Heinen-Esser (CDU), Nachfolgerin von Christina Schulze
Föcking im Amt der NRW-Umweltministerin, sind die aktuellen Bilder
Einzelfälle. Dennoch kündigt sie neben dem geplanten
Tierschutzbeauftragten für die kommenden Wochen „ein ganzes Paket“ an
Maßnahmen an, „um das System besser aufzustellen.“ So soll es künftig
in NRW eine Tiergesundheitsdatenbank geben. „Helfen wird hoffentlich
auch das Tierwohl-Label, das dem Verbraucher klare Hinweise gibt, wie
die Tiere gehalten wurden“, so Heinen-Esser. Allerdings war unter den
Betrieben, in denen die aktuellen Aufnahmen entstanden sind, auch
mindestens ein „Tierwohl“-Hof.

Sendehinweis: „Westpol“ am Sonntag, 15.09.2019, um 19.30 im WDR
Fernsehen.

Pressekontakt:
WDR Kommunikation
Telefon 0221 220 7100
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