Wenn das Sterben anfängt: Letzte-Hilfe-Kurse für pflegende An- und Zugehörige

Der Welthospiztag rückt jährlich am 10. Oktober die Bedeutung von Hospizarbeit und palliativer Versorgung in den Mittelpunkt. Der Deutsche Hospiztag macht jedes Jahr in enger Anbindung am 14. Oktober darauf aufmerksam, wie wichtig eine würdevolle Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer An- und Zugehörigen ist. In der Hauptsache geht es dabei um Zeit, eine fundierte fachliche Unterstützung und menschliche Nähe bis zuletzt. Letzte-Hilfe-Kurse können pflegende An- und Zugehörige auf die beginnende letzte Lebensphase vorbereiten.

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes sterben die meisten Menschen in Deutschland im Krankenhaus. Doch vorher verbringen viele von ihnen bereits als zu Pflegende die letzte Lebensphase zuhause, versorgt von ihren An- und Zugehörigen. Auch wenn das Sterben zum Leben gehört, sind die meisten Menschen nicht auf den Moment vorbereitet, wenn eine ihnen nahestehende Person am Lebensende angelangt, und übernehmen die Betreuung möglicherweise ohne ausreichende Fachkenntnis. Das kann schnell zu Erschöpfung und Überforderung führen und auch von Angst begleitet sein, vor allem, wenn das Sterben nähertritt.

Wie reagieren, wenn der Vater oder die Mutter Schmerzen haben und nicht mehr schlafen können? Was tun, wenn ein*e Partner*in nicht mehr schlucken kann? Was genau bedeutet eigentlich würdevolles Sterben? Genau für diese Fragen gibt es ein unterstützendes und niedrigschwelliges Kursformat, das immer bekannter wird und an vielen Orten durch verschiedene qualifizierte Träger angeboten wird: den Letzte-Hilfe-Kurs. Durchgeführt und angeboten werden die Kurse von erfahrenen und zertifizierten Kursleitenden aus der Hospiz- und Palliativversorgung, in Krankenhäusern, Unikliniken, Hospizdiensten oder von unterschiedlichen Sozialverbänden und karitativen Trägern.

Warum das Thema für pflegende An- und Zugehörige so wichtig ist

Das Konzept ähnelt dem eines Erste-Hilfe-Kurses. In mehreren Stunden wird interessierten Laien das Grundwissen zur Palliativversorgung und Sterbebegleitung vermittelt. In mehreren thematischen Blöcken lernen Teilnehmende, welche körperlichen Veränderungen in der Sterbephase auftreten, wie einfache pflegerische Handgriffe Beschwerden lindern können, welche Entscheidungen vorausschauend getroffen werden sollten und wie ein Abschied gestaltet werden kann, der dem sterbenden Menschen und seinen Wünschen und Vorstellungen gerecht wird. Das stärkt die Handlungssicherheit der Pflegenden und Begleitenden im Umgang mit dem*der Sterbenden.

Der Durchführungszeitraum ist dabei zeitlich und inhaltlich kompakt gehalten und beschränkt sich meist auf einen Zeitraum von ungefähr vier Stunden, zum Beispiel an einem Vor- oder Nachmittag. Es gibt keine Prüfung oder ein entsprechendes Zertifikat am Ende des Kurses. Die Teilnahme erfordert außerdem keine Vorkenntnisse und ist unabhängig vom Bildungsstand. Einzige Voraussetzung ist das Interesse am Thema, weil das früher übliche und tradierte Wissen rund um die Sterbebegleitung von Menschen in unserer Gesellschaft im Laufe der vergangenen Jahrzehnte aus unterschiedlichen Gründen stark abgenommen hat.

Pflegeberatung kann beratend unterstützen

Letzte-Hilfe-Kurse ersetzen für An- und Zugehörige keine psychosoziale Fachbegleitung, keine medizinische Versorgung und keine professionelle Pflegebegleitung. Wer An- und Zugehörige intensiv pflegt, braucht in der Regel mehr als vier Stunden Grundwissen, eine individuelle Begleitung und Beratung, rechtliche und finanzielle Orientierung sowie pflegerisches Handwerkzeug. Alle wichtigen Fragen sollten immer mit behandelnden Ärzt*innen und Pflegefachkräften abgestimmt sein. Zudem ist das Angebot der Letzte-Hilfe-Kurse regional nicht flächendeckend in ganz Deutschland verfügbar.

Wer Fragen zum Letzte-Hilfe-Kurse hat, kann diese auch im Rahmen einer Pflegeberatung, zum Beispiel durch compass, ansprechen. Pflegende An- und Zugehörige benötigen Informationen und Unterstützung bei der Organisation des Pflegealltags. Wer nahestehende Menschen auch durch eine fortschreitende Erkrankung bis in die letzte Lebensphase begleitet, braucht zusätzlich auch Hinweise zu Angeboten vor Ort, Hintergrundwissen zu Leistungen und Erläuterungen zu Unterstützungs- und Entlastungsangebote, nicht zuletzt für sich selbst.

Was Expert*innen raten

Pflegeberatung kann diese und andere Fragen frühzeitig aufgreifen. Die Pflegeexpert*innen erreichen pflegende An- und Zugehörige häufig schon zu einem Zeitpunkt, an dem noch keine akute Krisensituation besteht. Dadurch können sie rechtzeitig und präventiv auch auf Letzte-Hilfe-Kurse aufmerksam machen, bevor Unsicherheit, Überforderung oder eine Verschlechterung des Gesundheitszustands den Handlungsspielraum einschränken. Der Hinweis auf ein passendes Angebot ergänzt die individuelle Beratung, ohne den Kurs selbst zu ersetzen, weiß Helena Tinis, Pflegeberaterin nach § 7a SGB XI im Raum Landshut bei compass: „Eine gute Pflegeberatung lebt auch von einem gut ausgebauten regionalen Netzwerk. Nicht jedes Anliegen lässt sich allein durch die Pflegeberatung abdecken. Deshalb ist es wichtig, die verschiedenen Unterstützungsangebote vor Ort zu kennen und Ratsuchende bei Bedarf an geeignete Ansprechpartner*innen vermitteln zu können. Der Hospizverein Landshut ist für mich als Pflegeberaterin ein wichtiger und wertvoller Netzwerkpartner, insbesondere wenn es um die Begleitung schwerkranker Menschen und ihrer Angehörigen geht. In der Pflegeberatung ist es mir wichtig, nicht nur über Leistungen und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren, sondern Ratsuchenden auch passende Ansprechpartner*innen und Angebote vor Ort aufzuzeigen.“

Auch im Rahmen der individuellen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ist das Thema Letzte-Hilfe-Kurs relevant. Gespräche über Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung oder die gewünschten Versorgungsorte und persönlichen Vorstellungen am Lebensende können dazu beitragen, dass Entscheidungen nicht erst unter hohem Zeitdruck oder gar zu spät getroffen werden. Pflegeberater*innen können solche Themen sensibel ansprechen und weiterführende Informationen für zu Pflegende und pflegende An- und Zugehörige geben. Sowohl der Deutsche Hospiz- und Palliativverband e.V. (DHPV) als auch die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) begrüßen das Format der Letzte-Hilfe-Kurse ausdrücklich.

Hintergrund:

Die compass private pflegeberatung GmbH berät Pflegebedürftige und deren Angehörige zu Hause, telefonisch und per Videogespräch, gemäß dem gesetzlichen Anspruch aller Versicherten auf kostenfreie und neutrale Pflegeberatung. compass bietet Pflegeberatung nach § 7a SGB XI sowie § 37 Abs. 3 SGB XI. Einen Termin für eine Pflegeberatung erhalten Ratsuchende über die kostenfreie Servicenummer 0800 101 88 00 oder über die digitale Terminvereinbarung (https://www.compass-pflegeberatung.de/terminbuchung) auf der Webseite von compass. Die telefonische Beratung von compass steht allen Versicherten offen. Digitale Angebote wie das Informationsportal pflegeberatung.de, die App „pflegecompass“ sowie Online-Pflegekurse ergänzen das Angebot für Ratsuchende.

compass ist als unabhängige Tochter des PKV-Verbandes mit 1.000 Mitarbeitenden bundesweit tätig. Die compass-Pflegeberater*innen beraten im Rahmen von Telefonaktionen sowie zu den regulären Service Zeiten zu allen Fragen rund um das Thema Pflege.

Hinweis zum Text:

Dieser Text wurde ohne Unterstützung durch eine KI-Anwendung erstellt.

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