Weser-Kurier: Moritz Döbler über die AfD

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Manche Gegner der AfD hatten am Wahlabend die
Hoffnung geäußert, dass sich die neue Oppositionskraft schnell
zerlegt und an sich selbst scheitert wie einige rechte Parteien vor
ihr. Die Entwicklung scheint ihnen recht zu geben: Frauke Petry will
als direkt gewählte Abgeordnete in den Bundestag gehen und nicht Teil
der AfD-Fraktion sein. „Nach langer Überlegung“ will sie dies
entschieden haben; ihre Wähler hat sie also bewusst getäuscht. Da sie
nicht ebenfalls ihren Rücktritt vom Parteivorsitz verkündet hat,
setzt sie die AfD einer Zerreißprobe aus. Aber zur Wahrheit gehört
auch, dass sie in der Parteispitze längst isoliert ist. Offen wird
ihr nun der Parteiaustritt nahegelegt und alternativ mit Ausschluss
gedroht. Spitzenkandidat Alexander Gauland, der Staatsministerin
Aydan Özoguz „entsorgen“ und Bundeskanzlerin Angela Merkel „jagen“
will, dürfte versuchen, die AfD weiter rechts zu verankern. Das
schadet der Demokratie und der politischen Kultur in Deutschland.
Zugleich verringert sich aber die Wahrscheinlichkeit, dass die AfD in
vier Jahren – so wie von Frauke Petry als Ziel ausgegeben –
Regierungsverantwortung im Bund übernimmt.

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