Weser-Kurier:Über gescheiterte Inklusion schreibt Kristin Hermann:

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Bremen schmückt sich gern mit Inklusion. Aber wenn
es kompliziert wird, dann müssen diejenigen leiden, die eigentlich
davon profitieren sollten. So ist es zumindest in dem Fall von Lorenz
Opitz. Seine Eltern und der Zwölfjährige stecken seit Monaten im
Behördenchaos fest und kämpfen um das, was ihnen zweifelsohne
zusteht: Gebärdensprachdolmetscher, die dem gehörlosen Jungen die
Inhalte übersetzen, die er ohne Hilfe nicht verstehen kann. So etwas
ist teuer, aber das bedeutet Inklusion eben auch. Für die Ämter ist
es ein Armutszeugnis, dass sie die finanziellen Zuständigkeiten für
diese Art von Dolmetscher nicht im Vorfeld festgelegt haben. Viel
schlimmer aber ist es, dass es die Bildungs- und Sozialbehörde seit
anderthalb Jahren nicht schaffen, sich intern abzusprechen. Sie
streiten lieber auf dem Rücken der betroffenen Familie. Da hilft es
auch nichts, dass die Sozialbehörde vorläufig zahlt – die Angst der
Eltern bleibt. Dass sie ihren Sohn da heraus nehmen und lieber zu
seinen Großeltern nach Dortmund schicken wollten, ist
nachvollziehbar. Für Bremen ist es der traurige Beweis dafür, dass
man bei der Inklusion noch längst nicht da angekommen ist, wo man
sein sollte.

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