Westfalenpost: Druck erhöhen / Kommentar von Martin Korte zu illegalen Autorennen

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Psychologisch ist das Phänomen ausreichend
erforscht: Raser, meist sind es Männer, leben im Straßenverkehr ihre
Aggressionen aus, suchen den Kick und wollen ihre mutmaßliche
Überlegenheit zur Schau stellen – auch wenn diese nur in der Mehrzahl
der PS zum Ausdruck kommt. Über die Konsequenzen ihres Handelns
machen sie sich keine Gedanken, weil sie glauben, ihr Auto immer im
Griff zu haben.

Soweit die traurige Tatsachenbeschreibung, die wir nach jedem
illegalen Autorennen aus der Schublade ziehen können. Das Unglück in
Hagen zeigt erneut, wie sehr aus Fahrzeugen Waffen werden und welches
Leid Gedankenlosigkeit zur Folge hat.

Helfen Gesetze gegen Ignoranz? Wer mit 100 km/h durch die Stadt
rast, hat seinen Verstand ausgeschaltet. Aber: Wer mehr Angst vor den
Folgen seiner Taten hat, wird das Gaspedal vielleicht nicht ganz so
tief durchtreten. Alle, die Radarkontrollen als Abzocke verdammen,
alle, die gegen eine Erhöhung der Bußgelder wettern, alle, die sich
aus Fahrverboten herauskaufen wollen, sie alle sollten sich bewusst
machen, dass der Staat den Druck offenbar erhöhen muss, um die Zahl
der Unglücke zu reduzieren. Wie sinnlos es ist, allein auf die
Einsicht der Fahrer zu setzen, können wir tagtäglich auf unseren
Straßen beobachten.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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