Westfalenpost: Kleine Konjunkturkrise Von Stefan Hans Kläsener

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Der deutliche Dämpfer, den die deutschen
Wirtschaftserwartungen erlitten haben, trifft im Ausland auf
Schadenfreude. Die Washington-Post kommentiert sinngemäß: Das haben
sie nun von ihrer Sparpolitik. Zeitungen in den südeuropäischen
Ländern klagen ohnehin schon seit Monaten, dass die harten Auflagen
der Bundesregierung keinen Spielraum zur wirtschaftlichen Erholung
zulassen. Nun verlieren auch noch die Börsen die Nerven – es sind
schon reichlich dunkle Wolken, die sich am Horizont auftürmen.

Doch was ist wirklich passiert? Die Deutschen haben innerhalb
Europas, und da stehen sie gar nicht allein, an den harten Kriterien
des Stabilitätspakts festgehalten. Hätten sie das nicht, wäre der
Euro wachsweich geworden – mit all den unabsehbaren Folgen. Richtig
ist auch, dass sich Deutschland selbst schadet, wenn seine Kunden
sparen müssen und kein Geld mehr haben, deutsche Exportprodukte zu
kaufen. Was aber wäre die Alternative? Weiter Konsum auf Pump?

Es führt kein Weg an einer seriösen Haushaltspolitik in
Deutschland und Europa vorbei. Konsolidierung ist immer der Vorreiter
wirtschaftlicher Erholung, und eine rein nachfrageorientierte
Wirtschaftspolitik mag für einen Wahlzyklus ein Strohfeuer entfachen.
Das verbrannte Stroh hinterlässt aber nur eines: Asche.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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