Westfalenpost: Monika Willer zur Diskussion um freien Museumseintritt

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Kulturpolitik ist in den vergangenen Jahren leider
fast vollständig zu Sparpolitik geschrumpft. Statt mit Blick nach
vorne zu überlegen, welchen Mehrwert Museen und Theater für eine
Kommune bringen und wie man sie nutzen kann, um die drängenden
Probleme der Standortsicherung, des demografischen Wandels und der
Integration von Zuwanderern zu bewältigen, wird in der Regel
versucht, immer wieder noch einen letzten Euro aus den Etats zu
quetschen. Dabei könnte alles so einfach sein, wie das Beispiel der
Museen zeigt, die den Eintritt freigeben, die sich öffnen. Bürger
entdecken die gute Stube ihrer Stadt plötzlich als einen Ort der
Stille, der Anregung, des Gedankenaustauschs, sie identifizieren sich
wieder mit ihrem Heimatort, sie lernen viel über die archäologischen,
historischen und künstlerischen Wurzeln. Und die Erfahrungen etwa in
England belegen, dass die Besucher bei freiem Eintritt viel
bereitwilliger spenden und auch mehr Geld im Café oder im
Museumsladen lassen. Aber mit der Sparbrille vor den Augen traut sich
kaum noch ein Kulturdezernent oder Museumsleiter, ein Experiment
vorzuschlagen. Nicht den Eintritt freizugeben, ist teuer. Das
eigentlich Teure am Sparen ist vielmehr, dass einem der Mut zum
Querdenken dabei abhanden kommt.

Pressekontakt:
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Redaktion

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