Westfalenpost: Verrohrung hoch drei – ZuÜbergriffen in NRW-Haftanstalten

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Wenn schon wir „Normalbürger“ die allgemeine
Verrohung der Gesellschaft mit Sorge zur Kenntnis nehmen, wie müssen
sich da erst die Mitarbeiter in den Justizvollzugsanstalten fühlen?
Dort kulminiert der Niedergang von Respekt, Anstand und Würde. Für
viele Bedienstete gehören Beleidigungen und Bedrohungen zum Alltag.
Sie stecken obszöne Gesten und Verbalattacken weg, weil sie sich eine
dicke Haut zugelegt haben. Die Toleranzschwelle zu heben kann jedoch
nicht die Lösung sein. Fehlverhalten muss geahndet werden, auch dann,
wenn die Verursacher aus anderen Kulturkreisen stammen. Dafür
benötigen die Haftanstalten selbstverständlich genügend Personal –
womit wir mal wieder bei der Ursache vieler aktueller Probleme wären.
NRW hat angekündigt, bis zum Jahr 2022 etwa 1000 neue Stelle im
Vollzug zu schaffen. Die Werbekampagnen laufen schon; abwarten, ob es
genügend Bewerber gibt. Aber der Schritt ist richtig. Wichtig ist
allerdings auch, dass alle Mitarbeiter genügend Unterstützung
erfahren, etwa beim Angebot von Konfliktbewältigungsstrategien oder
Selbstverteidigungskursen. Denn: Justizvollzugsbeamte sind nicht die
Fußabtreter der Gesellschaft.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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