50 Jahre medico international Jahrespressekonferenz

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– Schrumpfende Handlungsmöglichkeiten

– Hilfs- und Menschenrechtsorganisation bilanziert 2017 und 50 Jahre
Arbeit

– Unter dem Motto „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“
begeht die deutsche Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico
international ihr 50. Jubiläum.

Auf der Jahrespressekonferenz der Organisation, die 1997 als
Mitgründerin der Initiative zum Verbot von Landminen den
Friedensnobelpreis erhielt, zog der Geschäftsführer Thomas Gebauer
eine gemischte Bilanz. Zwar wachse die Unterstützung für medico
international jährlich – die Fördermitgliedschaften stiegen im Jahr
2017 um knapp 10 Prozent -, doch könne man als Hilfsorganisation „dem
Ausmaß an Ungleichheit und der daraus erwachsenden Gewalt nicht mehr
beikommen.“ Die deutsche und europäische Politik, so Gebauer, sei
ausgerichtet auf die Stabilisierung des Status Quo und auf
Absicherung der Privilegien, und nicht, wie es Willy Brandt einmal
vorschwebte, auf Strukturpolitik und Ausgleich. Gebauer, der erst
kürzlich in Pakistan war und Projektpartner besuchte, die Angehörige
von Opfern eines Textilbrandes in der Klage gegen das deutsche
Unternehmen Kik unterstützen, beschrieb die Situation vor Ort als
fatal: „Unwürdige Arbeitsbedingungen, keine Gewerkschaftsrechte,
keine Zukunft.“ Daran änderte die freiwillige Selbstkontrolle der
Textilindustrie, wie sie Entwicklungshilfeminister Müller im
Textilbündnis initiiert habe, nichts.

Syrische Katastrophe

Besonders dramatisch zeigt sich für die Hilfsorganisation die
Situation in Syrien. Der zuständige medico-Projektkoordinator Till
Küster kommentierte, dass medico viele seiner Hilfsprojekte mit
Partnern vor Ort 2018 einstellen musste. Küster verwies darauf, dass
an Orten wie Süddamaskus und Erbin, wo medico Schulen in Kellern
unterstützte bzw. mit lokalen syrisch-palästinensischen
Organisationen zusammenarbeitet, das Enteignungsdekret der
Assad-Regierung gelte. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen,
Bevölkerungsteile oder Milizen in diesen Regionen neu anzusiedeln, um
die Kontrolle zu sichern. Er warnte vor „einem Frieden ohne
Gerechtigkeit in Syrien, um die syrischen Flüchtlinge von hier
dorthin wieder zurückzuschicken.“ Das dürfe die Bundesregierung nicht
mit Hilfsmaßnahmen unterstützen.

Im Jahr 2017 förderte medico 120 Projekte. Dessen Partnernetzwerk,
das sich ebenfalls einer emanzipatorischen Hilfe verpflichtet fühlt,
sei Anlass zur Hoffnung, so Gebauer. Überall auf der Welt gebe es
Menschen mit Vernunft und Wagemut, die sich für Demokratie und
soziale Gerechtigkeit einsetzen. Sie verkörpern die Rettung, die
überall lauere.

Pressekontakt:
Für Nachfragen und Interviewwünsche:
Katja Maurer, Pressesprecherin, maurer@medico.de, 0171 122 12 61

Original-Content von: medico international, übermittelt durch news aktuell

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