WAZ: Klug verteidigt, kein Promi-Bonus. Kommentar von Stefan Wette zum Niebaum-Urteil

Es gibt die ersten Stimmen, die beim milden Urteil
gegen den früheren BVB-Präsidenten Gerd Niebaum von einem Promi-Bonus
reden. Das ist falsch, denn die Bewährung hat der ehemalige
Rechtsanwalt sich selbst zu verdanken. Zu Beginn des
Ermittlungsverfahrens hatte er die Schuld von sich gewiesen. Vor
Gericht entschloss er sich dann doch zu einer klugen Verteidigung.
Ohne auf eine richtige Urteilsabsprache vertrauen zu dürfen, legte er
ein Geständnis ab, zeigte zumindest Reue und zahlte im Vorfeld den
Schaden zurück. Hätte ein Thomas Middelhoff derartige Einsicht vor
Gericht gezeigt, er hätte sich Haftzeit ersparen können. Beim
ehemaligen Dortmunder „Sonnenkönig“ Gerd Niebaum bleibt nur die
Frage, warum er seinen Ruf derart beschädigt hat. Denn die
Rückzahlung des Schadens zeigt, dass er so mittellos wohl doch nicht
war.

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