Der Ökonom Friedrich Schneider glaubt nicht daran,
dass eine Begrenzung der Barzahlung ein wirksames Mittel ist, um
Schattenwirtschaft, organisierte Kriminalität oder Terrorismus
einzudämmen. Schaffe man selbst das Bargeld ab, so stiegen lediglich
die Transaktionskosten, was „zu einem bescheidenen Rückgang der
Schattenwirtschaft von lediglich zwei bis drei Prozent und der
Kriminalität von ein bis zwei Prozent führt“, schreibt Schneider in
der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“
(Mittwochausgabe). Der Professor für Volkswirtschaftslehre an der
Universität Linz, der selbst Studien zur Schattenwirtschaft und
organisierten Kriminalität erarbeitet hat, sieht in einer Diskussion
um eine Bargeldbeschränkung keine Ursachenbekämpfung bei
Schwarzarbeit und organisierter Kriminalität. Auch terroristische
Aktivitäten wie bei den Pariser Anschlägen könnten mit einer
eingeschränkten Bargeldbezahlung nicht unterbunden werden – weil
dafür keine großen Geldbeträge notwendig seien. Die meisten
Aktivitäten zur Vorbereitung von Anschlägen würden „ganz legal und
meistens bargeldlos durchgeführt“, so Schneider.
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