NOZ: Alleinerziehende: Mehr Druck auf Unterhaltssäumige machen

Alleinerziehende: Mehr Druck auf
Unterhaltssäumige machen

Verbandschefin begrüßt Ankündigung von Bundesfamilienministerin
Giffey

Osnabrück. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV)
hat die Ankündigung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey
begrüßt, mehr Druck auf zahlungsfähige Unterhaltssäumige auszuüben.
„Es ist kein Kavaliersdelikt, wenn Kindesunterhalt nicht gezahlt
wird“, sagte VAMV-Bundesgeschäftsführerin Miriam Hoheisel im Gespräch
mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag). „Es ist eine
Verantwortung der Eltern, der sie nachkommen müssen.“ Die Ministerin
hatte unlängst angekündigt, die „Daumenschrauben“ bei Elternteilen
anzuziehen, die nicht zahlen, obwohl sie es könnten. Giffey drohte
ihnen mit Fahrverboten.

Kommt ein Elternteil seiner Unterhaltspflicht nicht nach, springt
der Staat ein. Von diesem sogenannten Unterhaltsvorschuss profitieren
nach einer Reform im vergangenen Jahr 300.000 Kinder mehr als zuvor.
Hoheisel begrüßte die Neuerungen als „Meilenstein“, erkennt aber
weiteren Reformbedarf. „Probleme gibt es bei Alleinerziehenden mit
kleinen Einkommen. Bei ihnen kann es unterm Strich zu
Verschlechterungen kommen, weil der Unterhaltsvorschuss auf andere
Leistungen wie Wohngeld und Kinderzuschlag angerechnet wird. Hier
besteht dringender Handlungsbedarf.“ Zudem sei der
Unterhaltsvorschuss insgesamt zu niedrig angesetzt. „Kritisch sehen
wir auch den Anspruchsverlust bei einer Wiederheirat“, sagte
Hoheisel.

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