Durch häufigere und intensivere Konflikte weltweit sind auch diejenigen stärker gefährdet, die sich um Menschen in Not kümmern. Im vergangenen Jahr zählt die „Aid Worker Security Database“ 1.187 schwere Sicherheitsvorfälle, von denen 350 für humanitäre Helfer:innen tödlich endeten. Viele weitere wurden verletzt, entführt oder inhaftiert. „Zur obersten Maxime der humanitären Hilfe gehören Menschlichkeit und Unparteilichkeit. Wir beobachten jedoch mit großer Besorgnis, dass diese Prinzipien von Konfliktparteien zunehmend in Frage gestellt und Grundsätze des Schutzes missachtet werden“, sagt Maria Rüther, Hauptgeschäftsführerin von „Aktion Deutschland Hilft“.
Gefahren-Hotspots in Gaza und dem Sudan
Zu den gefährlichsten Orten für humanitäre Einsatzkräfte zählen weiterhin die palästinensischen Gebiete sowie der Sudan. Durch den eskalierenden Konflikt in Nahost hat sich zuletzt auch die Lage im Libanon dramatisch verschlechtert. Im Süden des Landes wurden weite Teile zu Evakuierungsgebieten erklärt. „Während der Eskalation des Konflikts im Libanon erleben unsere lokalen Einsatzkräfte dieselben Risiken, Bedrohungen und Vertreibungen wie die betroffenen Gemeinschaften, denen sie selbst angehören. Trotz der damit verbundenen Belastungen sind sie jeden Tag zur Stelle, um Kindern und Familien so zu helfen, wie es die Lage gerade erfordert. Am Tag der humanitären Hilfe würdigen wir ihren Mut und ihr unerschütterliches Engagement“, betont Heidi Diedrich, Länderdirektorin von World Vision im Libanon. Besonders lokale Helfer:innen sind der Gefahr von Angriffen häufiger ausgesetzt, da sie oft näher am Konfliktgeschehen sind oder eher als einer Konfliktpartei zugehörig angesehen werden. „Je näher am Brennpunkt, umso lokaler wird die humanitäre Hilfe. Daher müssen das Equipment und die Sicherheitstrainings auch für Partnerorganisationen in den Ländern zur Verfügung stehen“, sagt Lukas Driedger, Abteilungsleiter internationale Zusammenarbeit bei ADRA Deutschland.
Akzeptanz ist die wichtigste Basis der Sicherheit
In Gebieten, die durch Kampfhandlungen nur schwer zugänglich sind, wird Sicherheit durch drei Stufen gewährleistet. „Wir setzen zunächst auf Akzeptanz unseres Tuns bei den lokalen Akteuren. Es ist die beste Vorkehrung, wenn die Menschen darauf vertrauen, dass wir keine Konfliktpartei, sondern neutral sind“, sagt Lukas Driedger. Der zweite Schritt ist der Schutz: Maßnahmen zur Risikominimierung sind beispielsweise schusssichere Westen, vergitterte Bürofenster oder Zäune. Erst in stark eskalierenden Konfliktsituationen greift die dritte Stufe der Abschreckung. Helfer:innen werden dann etwa von Polizei-Eskorten begleitet.
„Aktion Deutschland Hilft“, Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, bittet um Spenden für Menschen in Regionen, wo die Not am größten ist.
Spenden-Stichwort: „Nothilfe weltweit“
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (SozialBank)
Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de
Weitere Geschichten von humanitären Helfer:innen weltweit finden Sie hier: Wo Hilfe Leben verändert: Fünf Menschen, fünf Krisen.
Kurzprofil Aktion Deutschland Hilft e.V.
„Aktion Deutschland Hilft“ ist das 2001 gegründete Bündnis renommierter deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Die mehr als 20 beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Hilfe zusammen. Über den Zusammenschluss von „Aktion Deutschland Hilft“ koordinieren die beteiligten Organisationen ihren Einsatz, sodass vor Ort keine Überschneidungen oder Versorgungslücken entstehen – und die Menschen im Katastrophengebiet die bestmögliche Hilfe erhalten. Unter einem gemeinsamen Spendenkonto ruft das Bündnis zu solidarischem Handeln und Helfen im Katastrophenfall auf. „Aktion Deutschland Hilft“ hat sich zum verantwortungsvollen Umgang mit Spenden verpflichtet und ist unter anderem zertifiziertes Mitglied im Deutschen Spendenrat. Über Einsatz und Wirkung der Spendengelder informiert das Bündnis in den jährlichen Finanzberichten: https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/wir-ueber-uns/finanzen/
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