Der von der AfD in Sachsen-Anhalt geplante Ausstieg aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk könnte dem Bundesland zusätzliche Kosten aufbürden. Davor warnt der Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Ralf Ludwig. „Auch eine AfD-geführte Regierung hätte die verfassungsgemäße Verpflichtung, ein Konzept für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorzulegen“, sagte Ludwig der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Wochenendausgabe).
Auf die Frage, ob eine AfD-geführte Landesregierung dann einen Ersatz für den MDR aufbauen müsste, sagte Ludwig: „Ja, und zwar ein Angebot für Information, Bildung, Kultur, Beratung und auch Unterhaltung, einschließlich Sportberichterstattung.“ Für Internationales bräuchte Sachsen-Anhalt dann ein eigenes größeres Korrespondentennetz. „Da stellt sich schnell die Frage, wie das alles finanziert werden soll.“ Sollte eine Kündigung erfolgen, werde der MDR dagegen juristisch vorgehen, kündigte Ludwig an.
Die AfD hat die Kündigung der Rundfunkstaatsverträge als erste Handlung einer von ihr geführten Regierung angekündigt. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund deutete auf MZ-Nachfrage an, dass Teile des MDR fortbestehen könnten. „In welchem Umfang die bestehenden Strukturen des MDR auf dem Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt – finanziert durch Zwangsbeiträge auch aus Sachsen-Anhalt – in den neuen Grundfunk übergehen können, wird geprüft“, sagte Siegmund dem Blatt.
Zu den erhofften Einsparungen sagte der AfD-Spitzenkandidat: „Bei konsequenter Einführung eines Grundfunks schätzt die AfD Sachsen-Anhalt das Einsparpotenzial beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt auf mindestens 50 bis 80 Prozent ein.“ Den MDR betreffe das weniger, da dieser „historisch gar nicht die Zeit hatte, einen so ausufernden Apparat hervorzubringen wie die ARD und das ZDF“.
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