„Frieden ist die größte strategische Aufgabe unserer Zeit. Krisen und Konflikte sind menschengemacht. Und deshalb ist auch Frieden menschengemacht. Frieden ist harte Arbeit, aber diese Arbeit ist gerade jetzt unverzichtbar.“ Das sagte Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan kürzlich in Berlin bei einer Dankveranstaltung für zurückgekehrte Fachkräfte im Zivilen Friedensdienst und Entwicklungsdienst.
Trotzdem sieht der aktuelle Kabinettsentwurf im Bundeshaushalt eine Kürzung des Budgets des Zivilen Friedensdienstes vor. Deshalb appelliert Irene Mukasa-Erben, Sprecherin des Konsortiums Ziviler Friedensdienst: „Diese Kürzung passt nicht zu den Zielen der Bundesregierung! Denn nur durch die Förderung ziviler Konfliktbearbeitung ist die deutsche Friedenspolitik gesellschaftlich verankert. Der Zivile Friedensdienst wirkt langfristig, vorausschauend und präventiv. Er fördert Verständigung, stärkt den sozialen Zusammenhalt und eröffnet neue Perspektiven, insbesondere dort, wo militärische oder außenpolitische Ansätze an ihre Grenzen stoßen.“
Der Zivile Friedensdienst wird von der Bundesregierung finanziert, derzeit mit 65 Millionen Euro jährlich. Im Haushaltsentwurf für 2027 ist vorgesehen, die Mittel über die kommenden Jahre zu kürzen. „Unsere Programme sind langfristig ausgelegt und brauchen eine sichere Finanzierung. Eine Kürzung würde für einige unserer Projekte das Ende bedeuten und viele Menschen mit ihren Konflikten, Krisen und Gewalterfahrungen allein lassen.“ so Mukasa-Erben.
Der Zivile Friedensdienst setzt sich seit über 25 Jahren weltweit mit lokalen Organisationen und vorwiegend zivilgesellschaftlichen Initiativen dafür ein, die Ursachen und Folgen von gewaltsamen Konflikten zu überwinden und anhaltenden Frieden zu fördern. Damit ist der Zivile Friedensdienst das einzige zivilgesellschaftliche Programm, das zur Friedenspolitik der Bundesrepublik Deutschland beiträgt. Mukasa-Erben: „Eine Kürzung der Mittel bei gleichzeitigem Aufwuchs für Aufrüstung führt zu einer Schieflage der deutschen Friedens- und Sicherheitspolitik und somit auch zu einem falschen Zeichen an die Welt.“
Gerne stehen Ihnen unsere Sprecherinnen Irene Mukasa-Erben und Anja Petz auch für ein Interview zur Verfügung. Wenden Sie sich dafür bitte an unseren Pressekontakt.
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