Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe
Juli 2026 (real, vorläufig):
+2,5 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+13,1 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)
Juni 2026 (real, revidiert):
+3,7 % zum Vormonat (saison- und kalenderbereinigt)
+7,2 % zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt)
Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juli 2026 gegenüber Juni 2026 saison- und kalenderbereinigt um 2,5 % gestiegen. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang um 1,4 % niedriger als im Vormonat. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von Mai 2026 bis Juli 2026 um 2,9 % höher als in den drei Monaten zuvor, ohne Großaufträge sank er um 2,2 %. Im Juni 2026 stieg der Auftragseingang nach Revision der vorläufigen Ergebnisse gegenüber Mai 2026 um 3,7 % (vorläufiger Wert: +3,1 %).
Die positive Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juli 2026 ist fast ausschließlich auf den Anstieg im Bereich des Sonstigen Fahrzeugbaus (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) zurückzuführen. Wegen eines außergewöhnlich hohen Volumens an Großaufträgen vor allem im Schiff-, Schienenfahrzeug- und Flugzeugbau hat sich der Auftragseingang in diesem Bereich saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vormonat mehr als verdoppelt (+126,4 %). Negativ auf das Gesamtergebnis wirkte sich vor allem der Auftragsrückgang in der Automobilindustrie (-12,5 %) aus.
Bei den Investitionsgütern lag der Auftragseingang im Juli 2026 um 2,4 % höher und bei den Vorleistungsgütern um 4,3 % höher als im Vormonat. Bei den Konsumgütern war er um 4,8 % niedriger.
Die Auslandsaufträge fielen im Juli 2026 um 2,1 %. Dabei verzeichneten die Aufträge aus der Eurozone einen Anstieg von 12,1 % und die Aufträge von außerhalb der Eurozone einen Rückgang von 10,1 %. Die Inlandsaufträge stiegen um 9,1 %.
Umsatz im Juli 2026 um 1,5 % niedriger als im Vormonat
Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben im Juli 2026 saison- und kalenderbereinigt 1,5 % niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2025 war der Umsatz kalenderbereinigt 0,6 % niedriger. Für Juni 2026 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 0,5 % gegenüber Mai 2026 (vorläufiger Wert: -1,3 %).
Methodische Hinweise:
In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung ablesen. Der kalenderbereinigte Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen und Kalendereffekten unabhängig.
Auftragseingänge und Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe werden in der Gliederung der „Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)“ erfasst und ausgewertet. Dabei werden die Auftragseingänge nur in ausgewählten Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes erhoben. Die Veränderungsraten basieren auf den preisbereinigten Indizes des Auftragseingangs- und Umsatzindexes im Verarbeitenden Gewerbe. Das durchschnittliche Ergebnis im Jahr 2021 wird dabei als Basis des Index verwendet und auf 100 Indexpunkte festgelegt (2021 = 100). Die Saison- und Kalenderbereinigung erfolgte mit dem Verfahren X13 JDemetra+.
In dieser Pressemitteilung werden für einige Wirtschaftszweige für ein besseres Verständnis Kurzbezeichnungen verwendet, die von den Bezeichnungen der „Klassifikation der Wirtschaftszweige (Ausgabe 2008)“ abweichen. Eine Übersicht dieser Kurzbezeichnungen ist auf der Themenseite „Industrie, Verarbeitendes Gewerbe“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes zu finden.
Weitere Informationen:
Ergebnisse in tiefer Gliederung und lange Zeitreihen können in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden (42151-0004 Auftragseingangsindizes, 42151-0008 Auftragseingangsindizes ohne Großaufträge und 42152-0004 Umsatzindizes).
Eine Analyse zum Zusammenhang zwischen Materialknappheit, Auftragseingängen, Produktion und Preisen in der Industrie bietet ein Dossier auf der Themenseite „Konjunkturindikatoren“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Ausführliche Informationen zur Produktion der energieintensiven Industriezweige stehen auf der Themenseite „Industrie, Verarbeitendes Gewerbe“ bereit.
Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist auch im „Dashboard Konjunktur“ (www.dashboard-konjunktur.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie. Zudem bietet das „Dashboard Konjunktur“ einen Frühindikator zur Schätzung des Umsatzes im Verarbeitenden Gewerbe. Damit liegen erste Daten zum Umsatz bereits 20 Tage nach Ende eines Berichtsmonats vor.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.
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