Die ukrainischen Drohnenangriffe sind eines der wenigen Mittel, mit denen Moskau unter Druck gerät. Wer diesen Hebel abschaltet, nimmt Putin einen Anreiz zum Einlenken. Das ist nur eine der vielen Hürden, die einem baldigen Frieden im Wege stehen – und die auch der Westen aufbaut. Denn vielerorts wiegen die Eigeninteressen schwerer als der Wunsch nach Waffenruhe. So laufen in der EU gerade die Sanktionen gegen rund 3.000 Personen und Unternehmen aus – und müssten schnell im Konsens verlängert werden. Doch die 27 EU-Staaten scheiterten an einer Einigung. So zeigt sich die EU-Sanktionspolitik in einem denkbar schlechten Moment handlungsunfähig. Frieden entsteht nicht, indem der Druck sinkt, sondern, wenn er so groß wird, dass Verhandeln attraktiver wird als Weiterkämpfen. Trumps Satz über die verlorene russische Dieselindustrie zeigt, wo Moskau verwundbar ist. Entscheidend ist, ob der Westen Eigeninteressen dem gemeinsamen Ziel unterordnet.
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