Westjordanland: Kinder stehen unter permanentem Stress

Kinder im Westjordanland stehen unter permanentem Stress, ausgelöst durch Operationen des israelischen Militärs, Gewalt durch Siedler, Vertreibung und eingeschränktem Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Das geben die SOS-Kinderdörfer bekannt.

„Die aktuelle Situation ist von Angst und tiefer Verunsicherung geprägt, mit massiven Beeinträchtigungen für das körperliche, emotionale, psychische und soziale Wohlbefinden der Kinder. Auch Eltern und Betreuungspersonen stehen unter Druck. Es wird immer schwieriger für sie, ihren Kindern ein sicheres und unterstützendes Umfeld zu bieten“, sagt Ghada Hirzalla, Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Palästina.

Nach Zahlen der UN sind in diesem Jahr bis Ende Juli im Westjordanland 73 Kinder getötet worden, 915 Kinder wurden verletzt und 15.767 Kinder mussten gemeinsam mit ihren Familien aus ihrem Zuhause fliehen.

Viele Kinder zeigen Anzeichen von Traumata und psychologische Veränderungen wie Schlafstörungen, Rückzug, Konzentrationsschwierigkeiten und Panikattacken. Insbesondere Jugendliche leiden unter Hoffnungslosigkeit und Zukunftsangst.

Straßenblockaden und Checkpoints machen den Schulweg gefährlich

Auch die Bildung der Kinder und Jugendlichen leidet: Oft wird der Schulweg durch Kontrollen, Straßenblockaden und Checkpoints erschwert und gefährlich oder durch Vertreibung unterbrochen. Stress und Angst hindern die Kinder am Lernen. Aufgrund der Finanzkrise in Folge der wirtschaftlichen Blockade durch Israel komme es außerdem immer wieder zu verkürzten Unterrichtszeiten.

„Der regelmäßige und sichere Schulbesuch bedeutet für Kinder auch Stabilität, Routine, soziale Bindungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Je länger die Kinder Instabilität und Unterbrechungen ausgesetzt sind, desto mehr wird dies langfristige Folgen haben und ihre Zukunft bestimmen“, sagt Hirzalla.

Die SOS-Kinderdörfer fordern die Weltgemeinschaft auf, die Kinder im Westjordanland nicht zu vergessen und sich dafür einzusetzen, dass das humanitäre Völkerrecht und Kinderrechte geachtet werden. Kinder und Familien müssen zu jeder Zeit einen sicheren und ununterbrochenen Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Kinderschutz sowie psychosozialer Unterstützung erhalten.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Julian Merzbacher
Tel.: 0151 – 258 332 08
E-Mail: julian.merzbacher@sos-kd.org
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