Antwortschreiben von Dr. Hans Peter Haselsteiner auf offenen Brief

Abgelegt unter: Menschenrechte |





Sehr geehrte Frau Dargel, Sehr geehrte Frau Kampp,
Sehr geehrte Frau Lamaj, Sehr geehrte Frau Oesch, Sehr geehrte Frau
Somm,

Ihr offener Brief von gestern hat mich einerseits schockiert und
andererseits überrascht. Selbstverständlich werde ich veranlassen,
dass den von Ihnen erhobenen Vorwürfen mit Ernsthaftigkeit und
Akribie nachgegangen wird und Sie über die Ergebnisse der Recherchen
umgehend informiert werden.

Allerdings werde ich diesbezüglich erst ab Montag tätig werden, um
das Ende der Festspiele abzuwarten. Es war Ihnen sicher nicht
bewusst, dass Ihr Outing am Tag vor Wagners Ring erfolgt; ein Zyklus,
der dem Dirigenten Gustav Kuhn alles abverlangt, insbesondere, weil
er an vier aufeinander folgenden Tagen gespielt wird. Als
Künstlerinnen werden Sie sicher für die kleine Verzögerung
Verständnis aufbringen.

Parallel dazu prüft die Staatsanwaltschaft Innsbruck die Vorwürfe
und wird Ihnen sicher ab sofort Gelegenheit geben, diese zu
präzisieren.

Um die Untersuchungen zielführend vorantreiben zu können, ist es
im hohen Maße wünschenswert, wenn nicht gar unabdingbar notwendig,
dass Sie Ihre Betroffenheit bzw. Zeugnislegung der eigens für diese
Fälle bestellten unabhängigen Ombudsfrau anvertrauen. Ich darf Ihnen
dazu deren Koordinaten wie folgt bekannt geben:

Dr. Christine Baur Ombud Erler Festspiele Mail:
[ombud.tfe@gmx.at] (mailto:ombud.tfe@gmx.at) Mobil: +43 676 3130103

Ich persönlich wäre Ihnen äußerst dankbar, wenn Sie mir erläutern
würden, was Sie als „unangemessene Art, wie auf das Ansprechen der
dortigen Zustände reagiert wurde“ einstufen? Die TFE haben alle zu
Gebote stehenden Mittel ergriffen, um die bisher erhobenen Vorwürfe
aufzuklären und zukünftige zu verhindern. Ich bitte allerdings zur
Kenntnis zu nehmen, dass wir eine Vorverurteilung von Maestro Kuhn
über das Internet für im höchsten Maße unfair halten und hoffe sehr,
dass Sie diesen Standpunkt teilen.

Auch die letztlich von Ihnen kundgemachte Empörung über das
Ausbleiben „notwendiger Konsequenzen“ aus einer „allseits bekannten
Faktenlage“ kann ich daher nicht teilen. Worin bestehen Ihrer Meinung
nach die notwendigen Konsequenzen? Seien Sie versichert, dass die TFE
Konsequenzen ziehen werden, wenn sie gerechtfertig sind und zwar
zeitgerecht und angemessen.

Mit vorzüglicher Hochachtung Hans Peter HASELSTEINER

Rückfragehinweis:
Angelika Ruge
Referentin für Presse und Kommunikation
Tiroler Festspiele Erl Betriebsgesm.b.H.
Mühlgraben 56a, A-6343 Erl
Tel: +43 (0) 5373 / 81 000 61
Mobil: +43 (0) 676 / 762 66 69
community@tiroler-festspiele.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/30966/aom

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