Breite bayerische Front gegen das Pflegeberufereformgesetz / Private und frei-gemeinnützige Träger sowie Stadttochter warnen gemeinsam vor Verschärfung des Pflegekräftemangels durch neue Ausbildung

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Mit einem gemeinsamen Appell insbesondere an
Bayerns Pflegeministerin Melanie Huml warnen private Pflegeheime und
Dienste, die Altenheime des Caritasverbandes der Erzdiözese München
und Freising e.V., die Referatsleitung Seniorenpflege der AWO
München, der Geschäftsführer der Inneren Mission München sowie die
gemeinnützige Münchener Stadttochter „MÜNCHENSTIFT“ vor einer
Verschärfung des Fachkräftemangels in der Altenpflege. „Bund und
Länder bringen aktuell eine Reform der Pflegeausbildungen im Eiltempo
durch Bundestag und Bundesrat, deren Details sie selber nicht
kennen“, kritisiert der bayerische Landesvorsitzende des
Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Kai A.
Kasri. „Der Schaden, den die deutliche Einschränkung der bewährten
Altenpflegeausbildung anrichten wird, ist aber deutlich absehbar.“

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Altenpflege-, Kranken-
und Kinderkrankenpflegefachkräfte künftig überwiegend zusammengelegt
werden. Der bisherige Beruf Altenpflege wird abgeschafft, die
Generalistik die Regelausbildung und in Ausnahmefällen soll auch noch
die Altenpflege gewählt werden können. „Das Gesetz soll
verabschiedet werden, obwohl die Inhalte der künftigen
Ausbildungsgänge nicht feststehen“, zeigt sich der Geschäftsführer
der MÜNCHENSTIFT GmbH Siegfried Benker besorgt. „Damit können wir
nicht absehen, mit welchem Kenntnisstand unsere Auszubildenden später
in den Altenpflegeeinrichtungen ankommen.“

Wer drei Berufe in einer Ausbildung lernen müsse, könne sein
späteres Arbeitsfeld nicht richtig kennenlernen. „Die Spezialisten
für die Pflege älterer Menschen, die wir in großer Zahl brauchen,
werden wir nicht mehr bekommen“, warnt Benker.

Die Zahl der Absolventen, die der Altenpflege in Bayern künftig
als neue Fachkräfte zur Verfügung stehen werden, werde damit sogar
sinken, ist die bpa-Landesbeauftragte Ilona Taylor sicher. „Die
Altenpflege war immer ein wichtiges Arbeitsfeld auch für Hauptschüler
oder Umschüler und Quereinsteiger und hat von diesen motivierten
Fachkräften sehr profitiert. Wer viele Jahre nicht auf der Schulbank
gesessen hat oder einen erweiterten Hauptschulabschluss hat, wird
sich aber in Zukunft nicht in eine hochkomplexe generalistische
Pflegeausbildung wagen.“

Das Pflegeberufereformgesetz werde in seiner jetzigen Form den
Fachkräftemangel noch verschlimmern, sind sich bpa und Münchenstift
einig. Die Bayerische Landesregierung dürfte dem Gesetz nicht
zustimmen, bevor alle Inhalte und Risiken bekannt sind.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
1.100 in Bayern) die größte Interessenvertretung privater Anbieter
sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 24,2 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Joachim Görtz, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 089/890 44 83 20, www.bpa.de

Original-Content von: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

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