Daten können nicht alles lösen/Kommentar von Svenja Bergt

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pen Data, also das Bereitstellen öffentlicher, nicht persönlicher Daten, ist erst einmal etwas Gutes. Daten – etwa über die Pegelstände von Flüssen, den Stand des Breitbandausbaus oder Echtzeitdaten des öffentlichen Nahverkehrs – schaffen, in nutzerfreundliche Anwendungen gegossen, einen Mehrwert für Bürger:innen.

Dass in Berlin nun ein Pilotprojekt der Polizei startet und Daten zu Fahrraddiebstählen veröffentlicht, ist daher im Grunde eine gute Idee. So ließe sich zum Beispiel nicht nur polizeiintern, sondern auch öffentlich leicht erkennen, welche zeitlichen und örtlichen Dimensionen eine Rolle spielen und wie sich diese möglicherweise verändern. Wahrscheinlich gibt es noch mehr, was sich bei eingehender Analyse der Daten finden ließe.

Dennoch: Die desaströse Fahrraddiebstahlsituation kann so ein Projekt voraussichtlich kaum verbessern. Das hat diverse Gründe: Zum einen landen in der Übersicht nur die Diebstähle, die auch angezeigt werden. Das sind aber die wenigsten und das hat mit der ebenfalls desaströsen Aufklärungsquote zu tun: Auf Berlin bezogen werden täglich im Schnitt über 70 Räder geklaut, die Aufklärungsquote liegt bei dreieinhalb Prozent. Wer statt dem eigenen Fahrrad nur noch ein geknacktes Schloss vorfindet, wird sich also ziemlich genau überlegen, ob es den Aufwand einer Anzeige lohnt – vor allem, wenn das Rad nicht versichert ist.

Andere Städte schaffen zwar bessere Aufklärungsquoten. Dennoch bleiben sie in der Regel hinter denen bei Pkw-Diebstählen zurück. Auch hat der örtliche und zeitliche Bezug nur begrenzten Nutzwert: Wer etwa in einem Viertel mit hohen Diebstahlquoten wohnt, kann sich zwar ein zweites Schloss zulegen – aber deshalb das Rad abends nicht im Nachbarviertel stehen lassen.

Der Fall zeigt: Digitalisierung kann helfen – aber eben nicht immer und überall. Damit so eine Datenbank nicht zu einer netten Spielerei ohne viel Mehrwert wird, ist vor allem eines wichtig: dass die Polizei selbst das Thema Fahrraddiebstahl mit einer deutlich höheren Priorität bearbeitet.

Pressekontakt:

taz – die tageszeitung
Susanne Knaul
Telefon: +49 30 25902 255
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