EKD-Synode und Betroffene diskutierenüber Aufarbeitung sexualisierter Gewalt/ EKD richtet zwölfköpfigen Betroffenenbeirat ein. Fehrs: “Wir bleiben dran”

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Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will bei ihren
Maßnahmen zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt die Beteiligung von
Betroffenen weiter ausbauen. Das hat die Sprecherin des Beauftragtenrates der
EKD zum Schutz vor sexualisierter Gewalt, Bischöfin Kirsten Fehrs, heute in
ihrem Zwischenbericht vor der Synode angekündigt. Dazu richtet die EKD einen
zwölfköpfigen Betroffenenbeirat ein. Der Beirat soll als kritisches Gegenüber
zur EKD die Betroffenenperspektive in die verschiedenen Prozesse von
Aufarbeitung und Präventionen einbringen und ein Netzwerk für Betroffene im
evangelischen Kontext einrichten. Derzeit sind im Bereich von evangelischer
Kirche und Diakonie rund 770 Fälle bekannt.

In ihrem Bericht vor dem evangelischen Kirchenparlament dankte Fehrs den
Betroffenen ausdrücklich für ihre faire und hartnäckige Mitwirkung an der
bisherigen Umsetzung des im vergangenen Jahr von der Synode beschlossenen
Elf-Punkte-Handlungsplans: “Sie haben auf beeindruckende Weise dazu beigetragen,
dass wir fast alle elf Punkte angehen und auf den Weg bringen konnten”, so
Fehrs. Als zentrale Punkte benannte Fehrs die Entwicklung der zentralen
unabhängigen Anlaufstelle.help, die Ausschreibung der Aufarbeitungsstudien und
die Verabschiedung einer Präventionsrichtlinie, die Standards für den Schutz vor
sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche definiert.

Fehrs unterstrich zugleich, dass die Aufgabe des Beauftragtenrates nicht allein
in der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen liegt, sondern auch in der
Vernetzung mit anderen Einrichtungen und Institutionen, die sich ebenfalls mit
der Aufarbeitung und Prävention sexualisierter Gewalt beschäftigen. Dabei
würdigte sie ausdrücklich die Zusammenarbeit mit dem Unabhängigen Beauftragten
für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig.
Gemeinsam mit anderen Institutionen und gesellschaftlichen Akteuren wolle der
Beauftragte Wege finden, um das Schweigen über sexualisierte Gewalt zu brechen.
“Wir wollen eine Kultur ermöglichen, in der geredet wird. Raus aus dem Tabu!”.
Neben Rörig nahmen an den Beratungen der Synode in Dresden auch Mitglieder des
Betroffenenrates beim UBSKM sowie weitere Betroffene teil.

“Wir bleiben dran. Überzeugt.”, bekräftigte Bischöfin Kirsten Fehrs. “Zum Schutz
derer, die uns brauchen und die uns anvertraut sind”

Für den weiteren Prozess der Aufarbeitung und Prävention sexualisierter Gewalt
kündigte Fehrs auch die Bereitstellung weiterer finanzieller Mittel an. So solle
im kommenden Jahr für die weitere Umsetzung rund eine Million Euro zur Verfügung
gestellt werden. Bereits im Vorjahr hatte die Synode rund 1,3 Millionen Euro für
die Maßnahmen des Elf-Punkte Handlungsplans beschlossen.

Weitere Informationen unter

https://www.ekd.de/Missbrauch-23975.htm
https://www.ekd.de/Hinschauen-Helfen-Handeln-bei-Missbrauch-24023.htm

Der vollständige Wortlaut des Berichts steht unter
https://www.ekd.de/bericht-beauftragtenrat zur Verfügung

Dresden, 12. November 2019

Pressestelle der EKD

Carsten Splitt

Über die Synode der EKD: Die Synode der EKD ist neben Rat und Kirchenkonferenz
eines der drei Leitungsorgane der EKD. Sie tagt vom 10. bis 13. November in
Dresden. Nach der Grundordnung der EKD besteht die 12. Synode aus 120
Mitgliedern. Zu den Aufgaben der Synode zählen die Erarbeitung von Kundgebungen
und Beschlüssen zu Fragen der Zeit sowie die Begleitung der Arbeit des Rates der
EKD durch Richtlinien. Die Synode berät und beschließt aber auch den Haushalt
und die Kirchengesetze. Geleitet wird die Synode vom Präsidium unter dem Vorsitz
von Präses Irmgard Schwaetzer. Sie ist zugleich Mitglied des 15-köpfigen Rates
der EKD. Vorsitzender des Rates der EKD ist Landesbischof Heinrich
Bedford-Strohm. Die EKD ist die Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten
und unierten Landeskirchen. 21,1 Millionen evangelische Christinnen und Christen
in Deutschland gehören zu einer der rund 14.000 Kirchengemeinden.

Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 – 2796 – 269
E-Mail: presse@ekd.de

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