Frankfurter Rundschau: Abgeschrieben

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Die Bertelsmann-Stiftung schlägt Alarm: Je
länger Krise und flaue Konjunktur in der EU anhalten, umso höher
steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen. In Deutschland trifft
dies vor allem ältere Menschen. Der Weg in die Frühverrentung ist
ihnen von der Politik versperrt worden, was einerseits gut ist. Denn
wer sich früh aus dem Arbeitsleben verabschiedet, dem droht häufig
eine Rente auf Hartz-IV-Niveau. Andererseits bevölkern die Älteren
nun das Heer der Langzeitarbeitslosen, ohne große Aussichten auf
Änderung. Denn die Chance auf Förderung ist bei über 55-Jährigen
Erwerbslosen deutlich geringer als bei jüngeren: Während sich
durchschnittlich etwa 16 Prozent der Arbeitslosen in einer
Fördermaßnahme befinden, sind es bei den Betroffenen ab 55 nur knapp
elf Prozent und bei jenen über 60 nicht mal mehr sieben Prozent. Zum
einen werden die Älteren also abgeschrieben. Zum anderen wird die
Regierung nicht müde, längere Lebensarbeitszeiten zu fordern. Das
passt nicht zusammen.

Pressekontakt:
Frankfurter Rundschau
Ressort Politik
Telefon: 069/2199-3222

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