Ganztagsschulverband zur Bundestagswahl 2017 / Bildung und Betreuung als Wahlmotiv

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Für sechs von zehn Bundesbürgern haben bessere
Bildungschancen für alle Kinder Vorrang vor anderen
bildungspolitischen Zielen. Für 26 Prozent stehen gleiche
Schulstandards in allen Bundesländern an erster Stelle, für 14
Prozent eine bessere Ausstattung der Schulen. Das stellte
infratest-dimap* im Auftrag des BR im Juli 2017 in einer
repräsentativen Befragung fest. Der Ganztagsschulverband sieht in
einem stärkeren Engagement des Bundes in der Bildungspolitik die
große Chance, Bildungspotenziale zu aktivieren, Benachteiligungen
abzubauen und die Start- und Teilhabechancen von Kindern und
Jugendlichen weiter zu verbessern. Die Ergebnisse der Wahlprüfsteine
des Ganztagsschulverbandes zeigten jedoch deutliche Differenzen in
den Programmen der Parteien. Die Fragen des Verbandes bezogen sich
auf die Bereiche Ganztagsschulentwicklung, Bildungsqualität und
Bildungsfinanzierung.

Was sagen die Parteien zur Ganztagsschule?

In der Bildungsproblematik (in erster Linie Teilhabe und
Bildungschancen) setzen die Parteien unterschiedliche Prioritäten.
Während die CDU/CSU nur Kommunen in finanzkritischer Lage finanziell
beim Bau und Unterhalt der Schulen unterstützen möchte, sprechen sich
SPD, Grüne, FDP und die Linke für eine stärkere Beteiligung des
Bundes an der Bildungsfinanzierung insgesamt aus. Um die
Vereinbarkeit von Schule und Beruf zu gewährleisten, setzen drei
(SPD, FDP und Linke) der fünf Parteien auch auf die Verwirklichung
eines Rechtsanspruches aller Kinder auf einen Platz an einer gebunden
Ganztagsschule. Die CDU/CSU setzt allein auf freiwillige
Nachmittagsangebote. Für die Grünen ist ein Rechtsanspruch
Ländersache. SPD, Grüne, FDP und die Linke sind für die Aufhebung des
Kooperationsverbots und damit für die Einbindung des Bundes in die
Bildungsfinanzierung. Die CDU/CSU lehnt eine stärkere Beteiligung des
Bundes an den Ausgaben für Bildung ab. Vier der fünf Parteien sehen
eine gemeinsame Verantwortung von Bund, Ländern und Kommunen für
Bildung. Die CDU/CSU verweist auf die ausschließliche Zuständigkeit
der Länder und Kommunen. Der kleinste gemeinsame Nenner bleibt, dass
alle Parteien einer Ausweitung der Betreuungsmöglichkeiten für Kinder
bis zum Ende der Grundschule nicht im Wege stehen.

Das Potential der Ganztagsschulen für eine Verbesserung der
Bildung wird nicht ausgeschöpft

Der Ganztagsschulverband führt das auf die politische Praxis
zurück, die Ganztagsschule nur als eine um ein Betreuungsangebot
erweiterte Schule zu betrachten. „Diese eingeschränkte Sichtweise
wird dem Anspruch einer zukunftsorientierten Bildungspolitik, die auf
eine breite Verbesserung schulischer Leistungen setzt und die
Ausschöpfung der Bildungspotentiale aller Kinder und Jugendlichen im
Blick hat, in keiner Weise gerecht“, so der Bundesvorsitzende Rolf
Richter. So wie das Institut der Deutschen Wirtschaft in seinen
zentralen Forderungen den weiteren Ausbau der Förderstruktur in Form
von Ganztagsschulen, die Institutionalisierung gebundener und
rhythmisierter Ganztagsschulen als bessere Alternative,
bundeseinheitliche Standards für Ganztagsschulen und die Einbeziehung
der Ganztagspädagogik in die Lehreraus- und -weiterbildung in seinem
Bildungsmonitor (17.08.2017) priorisiert, fordert der
Ganztagsschulverband eine Initiative des Bundes für eine verbesserte
Qualität der Bildung durch Ganztagsschulen. „Kinder brauchen keine
Betreuung, sie brauchen qualifiziertes Personal in einer
anregungsreichen und lernförderlichen Umgebung“, fasst Rolf Richter
zusammen. Für die nächste Legislaturperiode des Bundestages nennt er
vier grundlegende Aufgaben. Das Kooperationsverbot müsse weg.
Deutschlands Familien brauchen einen Rechtsanspruch auf einen Platz
in einer gebundenen Ganztagsschule. Einheitliche Qualitätsstandards
für Ganztagsschulen seien aufzustellen. Schließlich müsse ein
Bundesprogramm zum Ausbau der Ganztagsschulen mit dem Schwerpunkt der
Verbesserung der personellen Ausstattung umgesetzt werden.

Nachfrage immer noch größer als Angebot

Während sich immer mehr Eltern eine Ganztagsschule für ihr Kind
wünschen, können die Länder die Nachfrage nicht erfüllen. Besonders
der Wunsch nach einer qualitativ guten Ganztagsschule, an der
Unterricht am Vor- und Nachmittag stattfindet, die rhythmisiert
arbeitet und ein vielfältiges Personalangebot vorhält, steigt laut
einer Umfrage des IFO-Instituts (2015). Die Nachfrage nach
Ganztagsschulplätzen übertrifft immer noch das Angebot. Der
Ganztagsschulverband fordert die Politik dazu auf, die Wünsche der
Eltern ernst zu nehmen.

http://ots.de/jxTL1

Kongress des Ganztagsschulverbandes in Berlin

Der Ganztagsschulverband lädt vom 15. bis zum 17. November zum
Kongress nach Berlin ein. Der Schulraum und der „Entwicklungsraum“,
den jede Schule braucht, stehen dieses Mal im Mittelpunkt der
Veranstaltung. „Neben ausgezeichneten Fachvorträgen bieten wir
unseren Gästen die besondere Möglichkeit, an Berliner Schulen zu
hospitieren und interessante Schulkonzepte vor Ort kennen zu lernen.
Vor allem möchten wir den Besuchern einen Raum schaffen, Erfahrungen
auszutauschen, gemeinsam Ideen und Kooperationen zu entwickeln und im
Anschluss an die Tagung umzusetzen sowie sich gegenseitig zu
vernetzen, zu hospitieren und voneinander zu lernen“, kündigt Rolf
Richter an. Anmeldungen sind noch möglich.

Kongressprogramm und Anmeldung unter: http://ots.de/D84HA

Die vollständigen Antworten der Parteien sowie tabellarische
Übersichten dazu finden Sie unter: http://ots.de/QJSin

* Quelle zur Befragung: http://ots.de/V7v5j

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.ganztagsschulverband.de/

Pressekontakt:
Rolf Richter
1. Vorsitzender Ganztagsschulverband e. V.
Am Kindergarten 2
65520 Bad Camberg
E-Mail: richter@ganztagsschulverband.de
Mobil: 0152 28981426

Original-Content von: Ganztagsschulverband e.V., übermittelt durch news aktuell

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