Heilbronner Stimme: Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertaler Klimainstituts: “Fridays for Future ist ein echter Mutmacher”

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Professor Uwe Schneidewind, Präsident des
Wuppertaler Klimainstituts, vergleicht die wegen des Klimawandels
anstehenden Veränderungen mit denen der industriellen Revolution.
Schneidewind sagte im Interview mit der “Heilbronner Stimme”
(Samstag): “Wir müssen den Menschen konkrete Wege aufzeigen, ohne
ihnen Angst zu machen. Das sollte gelingen. Denn dieser Wandel hat
das erstrebenswerte Ziel, die Lebensgrundlagen der Menschen zu
erhalten. Ganz sicher ist damit auch ein kultureller
Veränderungsprozess verbunden. Die Größe der Umwälzungen ist
vergleichbar mit der Wucht der industriellen Revolution des 19.
Jahrhunderts.”

Schneidewind betonte: “Die Menschheit wächst rasant, unsere
Ressourcen sind begrenzt. Um diese Herausforderungen zu meistern,
bedarf es umfassender technologischer, ökonomischer und
gesellschaftlicher Veränderungen: Wie gelingt die Energiewende, die
Mobilitätswende, wie sehen die Städte der Zukunft aus, wie ernähren
wir uns künftig, wie schaffen wir eine funktionierende
Kreislaufwirtschaft? Und wie definieren wir in Zukunft unser
Verständnis von Wohlstand und gutem Leben? Auf diese Fragen müssen
wir rasch Antworten geben. Das nenne ich die “Große Transformation”,
und sie hat bereits begonnen.”

Es gebe eine “klare Erwartungshaltung in großen Teilen der
Bevölkerung, die sich von der Regierung klare Schritte hin zu einem
besseren Klimaschutz wünscht”. Zur CO2-Debatte sagte er: “Die
CO2-Bepreisung ist ein weiterer wichtiges Signal für
klimafreundliches Handeln im Privaten und in Unternehmen. Europa muss
hier engagiert vorangehen und Anreize schaffen, dass viele weitere
Länder mitziehen. Und es braucht Lösungen, die verhindern, dass
CO2-intensive Branchen im internationalen Wettbewerb aus Europa
verdrängt werden.”

Die Bewegung Fridays for Future sei ein echter “Mutmacher”.
Schneidewind: “Fridays for Future hat sicher ein Umdenken bewirkt.
Ich bin beeindruckt, wie tief die Bewegung in der Jugend verankert
ist, aber auch inzwischen bei vielen Erwachsenen. Wir sehen eine
starke junge Generation, die mit aller Klarheit diese
Zukunftsherausforderung sieht und bereit ist, dafür zu kämpfen. Das
ist ein echter Mutmacher. Wir sollten aber nicht der Illusion
erliegen, dass der Klimawandel nun immer das dominante Thema bleibt.
Es gibt viele Probleme, die einer Lösung bedürfen, Armut und Flucht
oder die globale Sicherheitslage. Oft hängen aber diese mit dem
Klimawandel zusammen. Der Klimaschutz ist als grundlegendes Thema
erkannt, und wird auf der politischen Agenda bleiben. Es wäre ein
großer Schritt nach vorne, wenn wir hier zu einem breiten,
gesellschaftlichen Grundkonsens kommen.”

Uwe Schneidewind ist seit 2010 Präsident und wissenschaftlicher
Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie
sowie Professor für “Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit” an der
Bergischen Universität Wuppertal. Das Wuppertal Institut für Klima,
Umwelt, Energie wurde 1990 gegründet.

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