Horst Seehofer im sternüber seine Zukunft: “Ich will nicht vom Hof gejagt werden”

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Horst Seehofer hält sich seine politische Zukunft
weiter offen und schließt auch einen Rückzug von seinen Ämtern als
CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident nicht aus. “Glauben Sie
mir: Ich bin wirklich noch hin- und hergerissen. Ich weiß es einfach
noch nicht”, sagte der CSU-Chef in einem Gespräch mit dem stern auf
die Frage, ob er die Kraft hätte, loszulassen. Einerseits wolle er
“keine gescheiterte Mission hinterlassen”, so Seehofer. “Ich will
aber auch nicht vom Hof gejagt werden, weil mich keiner mehr hören
und sehen kann.”

In der CSU-Führung zweifelt kaum noch jemand daran, dass Seehofer
– anders als von ihm selbst ursprünglich angekündigt – auch nach der
bayerischen Landtagswahl 2018 weitermachen wird. Seehofer will sich
jedoch noch nicht festlegen. In den kommenden zwei, drei Wochen werde
er einen ausführlichen Gesundheitscheck machen, sich mit Freunden und
Familie beraten und auch “noch mal reinhorchen in die Bevölkerung, ob
die CSU mit mir die besten Wahlchancen hat”, sagte er dem stern.
Danach werde die Entscheidung fallen.

Zum bevorstehenden Bundestagswahlkampf sagte Seehofer: “Wir müssen
hellwach sein.” Die SPD sei durch ihren neuen Kanzlerkandidaten
Martin Schulz “enorm motiviert und beflügelt”. Auch nach dem
CDU-Wahlerfolg im Saarland dürfe die Union Schulz “keinesfalls
unterschätzen”.

Die CSU wolle geschlossen mit Angela Merkel in den Wahlkampf
ziehen: “Wir stehen hinter dieser Kanzlerin. Ohne wenn und aber.”
Nach dem erbitterten Streit mit Merkel in der Flüchtlingskrise sei er
“sehr froh, dass sich unser Verhältnis jetzt ehrlich normalisiert
hat. Das ist keine Inszenierung.” Trotzdem hält Seehofer an seiner
Forderung nach einer Obergrenze für Flüchtlinge fest. Die von Merkel
abgelehnte Obergrenze werde “ein zentraler Punkt im Wahlprogramm der
CSU” sein. Seehofer: “Dafür stehe ich. Ein Mann ein Wort.” In der CSU
gebe es den “starken Wunsch”, dass die Basis auf einem Parteitag über
einen neuen Koalitionsvertrag abstimmen könne.

Als ein wichtiges Ziel für den Wahlkampf gibt Seehofer die
Bekämpfung der AfD aus: “Ich will, dass die AfD nicht in den
Bundestag kommt”, so Seehofer. “Wenn wir das Land vernünftig regieren
und uns im Wahlkampf nicht persönlich herabsetzen, können wir die AfD
unter fünf Prozent drücken. Das wäre eine historische Leistung.”

Diese Vorabmeldung ist nur mit der Quellenangabe stern zur
Veröffentlichung frei.

Pressekontakt:
Sabine Grüngreiff, Gruner + Jahr Unternehmenskommunikation,
Telefon 040 – 3703 2468.

Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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