Humanitäre Hilfe: Nachholbedarf in Sachen Inklusion / Erster Weltgipfel für Humanitäre Hilfe in Istanbul rückt Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ins Bewusstsein

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Es besteht Nachholbedarf, wenn es
darum geht, in Notsituationen auch Menschen mit Behinderungen zu
erreichen. Dieses Problem ist eines der zentralen Themen beim ersten
Weltgipfel für Humanitäre Hilfe (World Humanitarian Summit) am 23.
und 24. Mai in Istanbul. Mit der Unterzeichnung der „Charta zur
Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Humanitären Hilfe“
erkennt auch die deutsche Regierung an, dass behinderte Menschen in
Krisen oft vergessen werden und alle Akteure weltweit hier
nachbessern müssen. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) und vier
weitere Nichtregierungsorganisationen haben die Charta initiiert und
heute auf dem Gipfel vorgestellt.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und
Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Dr. Bärbel Kofler, erklärt:
„Menschen mit Behinderungen sind in humanitären Krisensituationen
besonders gefährdet. Auch in humanitären Krisen dürfen behinderte
Menschen nicht diskriminiert werden; vielmehr haben sie auch als
Betroffene in humanitären Notlagen Anspruch auf selbstbestimmte
Teilhabe. Deutschland legt daher besonderen Wert darauf, dass
humanitäre Hilfsorganisationen behinderte Menschen und ihre
spezifischen Bedürfnisse in ihren Hilfsmaßnahmen berücksichtigen.“

Inklusion als Qualitätsmerkmal

Die Charta ist eine Selbstverpflichtung und beruht auf bereits
getroffenen Vereinbarungen wie der Behindertenrechtskonvention und
der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung. Das Papier formuliert
die Paragraphen und Prinzipien erstmals praxisnah aus und erleichtert
damit ihre Umsetzung. Dr. Rainer Brockhaus, Geschäftsführer der CBM,
fordert: „Inklusion muss zu einem Qualitätsmerkmal der humanitären
Hilfe werden. Erst wenn sie alle Menschen gleichermaßen
berücksichtigen – auch Menschen mit Behinderungen – handeln sowohl
Staaten als auch Hilfsorganisationen nach humanitären Prinzipien.“

Humanitäre Hilfe inklusiv zu gestalten ist ein Schwerpunkt der
CBM-Arbeit in Krisenregionen. Neben der Formulierung entsprechender
Anforderungen will sie ihr Wissen in diesem Bereich auch an andere
Akteure weitergeben: Derzeit entwickelt die CBM eine App für
Mobiltelefone, die praxisnahe Tipps zur besseren Berücksichtigung von
Menschen mit Behinderungen in der humanitären Hilfe gibt.

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und
ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in
Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit
Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das
Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu
vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM
unterstützt zurzeit 672 Projekte in 65 Ländern. Weitere Informationen
unter www.cbm.de.

CBM-Pressestelle:
Esther Dopheide, Tel.: 06251/131-191, E-Mail: presse@cbm.de

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