In Niedersachsen wurden elfmal mehr Straßen gebaut als Schienen verlegt

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In Niedersachsen wurden elfmal mehr Straßen gebaut als Schienen verlegt

Grüne im Bund sprechen von „Straßenbauwahnsinn“ und fordern Aus für A33, A20 und A39

Hannover/Berlin. In den vergangenen elf Jahren wurden in Niedersachsen elfmal mehr Straßenkilometer als Schienenkilometer gebaut. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegt. Demnach wurden zwischen den Jahren 2009 und 2019 insgesamt 300,8 Kilometer neue Bundesstraßen und Bundesautobahnen errichtet, aber im gleichen Zeitraum lediglich 27 Kilometer neue Schienen verlegt, nämlich im Jahr 2014 durch ein drittes Gleis zwischen Stelle und Lüneburg. Darüber hinaus wurden 56 Kilometer Schienenwege reaktiviert (Osnabrück-Dissen-Bad Rothenfelde, Einbeck-Salzderhelden-Einbeck Mitte und Bad Bentheim-Neuenhaus). In Summe wurden also insgesamt 83 Schienenkilometer neu in Betrieb genommen und damit nicht einmal ein Viertel dessen, was an Bundesstraßen und -autobahnen neu gebaut wurde.

Für Sven-Christian Kindler aus Hannover, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, steht fest: „Die Bundesregierung hat bei den Investitionen und beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Niedersachsen über elf Jahre hinweg den völlig falschen Schwerpunkt gesetzt.“ Das räche sich jetzt. „Verkehrswende und Klimaschutz kommen nicht voran, wenn man elfmal so viele Straßen baut wie Schienen verlegt“, ist der Grünen-Politiker überzeugt und fordert: „Die A33, A20 und A39 müssen gestoppt werden und die Milliarden in den öffentlichen Personennahverkehr und die Bahn investiert werden.“ Niedersachsen brauche eine „Schiene-First“-Politik und keinen „Straßenbauwahnsinn“. Es müsse zudem ein Ende haben, dass Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) den Bund dabei unterstütze, Niedersachsen mit immer neuen Straßenbauprojekten „zuzubetonieren, als ob es keine Klimakrise gäbe“.

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