Ipsos AI Monitor 2026: Deutschland droht bei KI-Akzeptanz den Anschluss zu verlieren / Mehrheit nutzt KI, vertraut ihr aber nicht

Die weltweite KI-Revolution erreicht Unternehmen, Behörden und Verbraucher mit hoher Geschwindigkeit. Doch ausgerechnet in Deutschland wächst die Begeisterung für Künstliche Intelligenz deutlich langsamer als in vielen anderen Regionen der Welt. Das zeigt der aktuelle Ipsos AI Monitor 2026 (https://www.ipsos.com/sites/default/files/Ipsos-AI-Monitor-2026-Country%20PDF.pdf), eine internationale Befragung in 32 Ländern.

Deutschland wird zum KI-Nachzügler

Während in Asien bereits eine deutliche Mehrheit die Vorteile von KI erkennt, bleibt Deutschland ausgesprochen zurückhaltend. Nur 37 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass KI mehr Vorteile als Nachteile bietet. Im Durchschnitt der 32 untersuchten Länder liegt dieser Wert bei 55 Prozent, in vielen asiatischen Ländern deutlich über 60 Prozent. Gleichzeitig geben in Deutschland lediglich 36 Prozent an, dass KI sie begeistert. Damit zählt Deutschland zu den skeptischsten großen Volkswirtschaften der Untersuchung.

Für Unternehmen und Politik ist dies ein Warnsignal. Die Daten zeigen, dass Länder mit hoher KI-Akzeptanz die Technologie wesentlich stärker mit wirtschaftlichem Fortschritt, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit verbinden als Deutschland und andere europäische Staaten.

Die Welt nutzt KI – obwohl sie ihr nicht vertraut

Die vielleicht überraschendste Erkenntnis der Studie: Die Menschen setzen KI längst ein, auch wenn sie ihr oft nicht vertrauen. Weltweit sagen 63 Prozent, dass sie KI-Tools nutzen, obwohl sie deren Ergebnisse nicht immer für vertrauenswürdig halten. Gleichzeitig vertraut weniger als die Hälfte darauf, dass Unternehmen persönliche Daten beim Einsatz von KI ausreichend schützen.

Die Technologie verbreitet sich damit wesentlich schneller als das Vertrauen in sie. Ipsos bezeichnet dieses Phänomen als eine wachsende „Say-Do-Gap“: Menschen sind skeptisch, nutzen KI aber trotzdem – aus Effizienzgründen, Neugier oder weil sie im Alltag kaum noch daran vorbeikommen.

Asien zieht davon

Besonders deutlich wird die globale Verschiebung beim Blick auf die Regionen, wenn es um die Frage geht, ob KI zu Begeisterung oder Nervosität bei den Befragten führt.

– Asia Pacific: 64 % begeistert, 39 % nervös
– Europa: 39 % begeistert, 56 % nervös
– Nordamerika: 47 % begeistert, 50 % nervös

Damit vergrößert sich der Abstand zwischen den asiatischen Wachstumsmärkten und den westlichen Industriestaaten weiter. In China, Indien, Indonesien und Thailand wird KI überwiegend als Chance wahrgenommen. In Europa dominieren dagegen weiterhin Datenschutz-, Regulierungs- und Arbeitsplatzsorgen. Auch in Nordamerika ist die Nervosität vergleichsweise hoch, vor dem Hintergrund, dass hier der Hotspot der KI-Industrie liegt.

Vertrauen wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor

Die Ergebnisse zeigen: Die nächste Phase der KI-Entwicklung wird nicht allein durch technologische Fortschritte bestimmt. Entscheidend wird sein, ob Unternehmen und Institutionen genügend Vertrauen schaffen können. Weltweit fordern 80 Prozent der Befragten, dass KI-Nutzung klar gekennzeichnet werden sollte. Transparenz entwickelt sich damit zu einer zentralen Voraussetzung für weitere Akzeptanz.

Mehr als nur Akzeptanz: Der komplette Ipsos AI Monitor 2026

Der aktuelle Ipsos AI Monitor 2026 (https://www.ipsos.com/sites/default/files/Ipsos-AI-Monitor-2026-Country%20PDF.pdf) enthält zahlreiche weitere internationale Analysen, darunter:

– Auswirkungen von KI auf Arbeitsplätze und Beschäftigung
– Vertrauen in Unternehmen und Regierungen beim Umgang mit KI
– Erwartungen an Wirtschaftswachstum und Produktivität
– Einsatz von KI im Alltag und am Arbeitsplatz
– Einstellungen zu Datenschutz, Bias und Regulierung
– Ländervergleiche über 32 Staaten hinweg
– Entwicklungen im Vergleich zu 2024 und 2025

Für Journalistinnen und Journalisten bietet der Bericht eine der derzeit umfassendsten internationalen Datengrundlagen zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz.

Methode

Dies sind die Ergebnisse einer Umfrage in 32 Ländern, die von Ipsos auf seiner Online-Plattform „Global Advisor“ zwischen Freitag, dem 20. März, und Freitag, dem 3. April 2026, durchgeführt wurde. Für diese Umfrage befragte Ipsos insgesamt 23.532 Erwachsene im Alter von mindestens 18 Jahren in Indien, im Alter von 18 bis 74 Jahren in Kanada, der Republik Irland, Israel, Malaysia, Südafrika, der Türkei und den Vereinigten Staaten, im Alter von 20 bis 74 Jahren in Thailand, im Alter von 21 bis 74 Jahren in Indonesien und Singapur sowie im Alter von 16 bis 74 Jahren in allen anderen Ländern.

Die Stichprobe umfasst jeweils etwa 1.000 Personen in Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, Festlandchina, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, den Niederlanden, Neuseeland, Spanien und den USA sowie jeweils 500 Personen in Argentinien, Chile, Kolumbien, Ungarn, Indonesien, Irland, Israel, Malaysia, Mexiko, Peru, Polen, Singapur, Südafrika, Südkorea, Schweden, Thailand und der Türkei.

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