Kardinal Woelki wegen Vertuschungsvorwürfen immer stärker unter Druck – Ex-Missbrauchsbeauftragte weist Darstellung des Kölner Erzbischofs vehement zurück

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Der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Woelki, gerät wegen eines von ihm nicht verfolgten Missbrauchsfalls immer stärker unter Druck. Die frühere Missbrauchsbeauftragte Christa Pesch, die 2010/2011 mit dem Fall befasst war, widersprach Woelkis Darstellung vehement. Weder Woelki selbst noch sein Vorgänger, Kardinal Joachim Meisner, hätten versucht, den Vorwurf der Vergewaltigung eines Kindergartenkinds in den 1970er Jahren aufzuklären, die das Opfer 2010 bei Pesch angezeigt hatte. „Es ist für mich schwer erträglich, wie der Kardinal und die Bistumsleitung jetzt die Verantwortung von sich wegschieben und an andere weitergeben“, sagte Pesch dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag-Ausgabe). Schon 2011 habe sie das Erzbistum in einem schriftlichen Vermerk darauf hingewiesen, dass der Fall O. weiter verfolgt werden müsse. Das Bistum habe aber „nichts unternommen“.

„Bestürzt“ und fassungslos“ zeigte sich die 74-Jährige, deren Engagement für Missbrauchsopfer Woelki 2017 mit einem päpstlichen Orden gewürdigt hatte, dass der Kardinal nun dem Opfer und ihr die Schuld für sein Nicht-Handeln im Fall O. gebe. Woelkis Verhalten komme ihr vor „wie ein verzweifelter Rettungsversuch auf dem Rücken des Betroffenen und zu Lasten Dritter.“

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) kritisierte Woelkis Vorgehen bei der Aufklärung des Missbrauchsskandals im Erzbistum. „Alle Fälle von sexualisierter Gewalt in der Kirche müssen schnellstmöglich ans Tageslicht gebracht werden und da, wo es möglich ist, auch strafrechtlich verfolgt werden“, sagte Reker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Die Kirche, die eine moralische Botschaft in die Welt sendet, muss sich natürlich auch selbst an diese halten“, so Reker weiter.

Im Fall O. hatte Woelki nach Sichtung der Personalunterlagen im Jahr 2015 entschieden, keine Untersuchung einzuleiten und keine Meldung nach Rom zu machen, was nach Ansicht von Kirchenrechtlern seine Pflicht gewesen wäre. Woelki sieht sich deshalb dem Vorwurf der Vertuschung ausgesetzt. Er hat den Papst um Prüfung gebeten.

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