Kollegenschelte von Lutz Hachmeister: Medien bewundern Angela Merkel

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Bundeskanzlerin Angela Merkel agiert vor einer
optimalen publizistischen Kulisse, sagt Lutz Hachmeister. In den
Medien gibt es „eine Art von Bewunderung für eine Machtpolitikerin,
eine Frau, die auch noch aus dem Osten kommt. Das hat es so noch
nicht gegeben.“

Die Mehrheit der tonangebenden Journalisten und relevanten
Leitmedien verfolgt nach Einschätzung des Direktors des Berliner
Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM), Dr. Lutz
Hachmeister, eine „eigene Ideologie“, die „im Kern
bürgerlich-konservativ geprägt ist.

Aus dieser Haltung entfalte sich gegenüber der Bundeskanzlerin
„eine Art von Bewunderung für eine Machtpolitikerin, eine Frau, die
auch noch aus dem Osten kommt. Das hat so noch nicht gegeben“, meldet
der Mediendienst Newsroom.de.

Dieser Trend habe sich bereits seit 2005 herausgebildet, als sich
zahlreiche Medien – von FAZ bis Spiegel – als „publizistische
Opposition“ gegen den damaligen Kanzler Gerhard Schröder verstanden
hätten.

Bereits 2007 bilanzierte Hachmeister in seinem Buch `Nervöse Zone
– Politik und Journalismus in der Berliner Republik´ (DVA München):
„Der meinungsführende Journalismus hat sich in der Berliner Republik
nach rechts bewegt, in Richtung eines neokonservativen Zentrismus.“

Insgesamt sei eine „innenpolitisch diverse Auseinandersetzung“
verloren gegangen, eine „Ermüdung, eine Abkehr von politischen
Prozessen“ im Journalismus festzustellen. Alles ist in „einer müden
Suppe gelandet.“

Auch die öffentlich-rechtlichen Programmanbieter setzten hier
keinen Kontrapunkt. Sie haben nur noch eine „visuelle Präsenz,
spielen aber keinerlei politische Rolle.“ „Inhaltlich-politisch im
Sinne einer kritischen Reflexion sind sie tot.“ Politiker seien mit
diesem Zustand „ganz zufrieden“. Für sie ist es attraktiv, wenn sie
„nicht so sehr drangsaliert werden“, wenn Journalisten „das Mikrofon
statuarisch hinhalten.“

Schuld an dieser Entwicklung sei aber auch eine Opposition, die
„so schwach ist, wie nie zuvor.“ Mit Hannelore Kraft als politische
Herausforderin würde die Lage wahrscheinlich anders ausschauen.

Lutz Hachmeister beobachtet in der Berliner Medien-Szene eine
intellektuelle Auszehrung. Es gebe unter den führenden Publizisten
nur noch einen „einzigen Intellektuellen“: Frank Schirrmacher,
Feuilleton-Chef der FAZ. Im Entwerfen und Durchsetzen von Projekten
und dem Schmieden von Koalitionen „ist er völlig solitär.“

Das vollständige Interview von Thomas Leif mit Lutz Hachmeister
finden Sie unter www.talk-republik.de – hier sind auch zwei weitere
Interviews zur politischen Bewertungen des derzeitigen Medien-
Wahlkampfs aus der Sicht von Prof. Dr. Elmar Wiesendahl (Agentur für
politische Strategie) und Prof. Dr. Gerd Mielke (Universität Mainz)
dokumentiert.

Das Buch `Nervöse Zone – Politik und Journalismus in der Berliner
Republik´ (DVA München) gibt es hier: http://nsrm.de/-/18n

Pressekontakt:
Bülend Ürük
Chefredakteur
Tel. 0049 176 38928791
chefredaktion@newsroom.de
www.newsroom.de

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