Kölner Stadt-Anzeiger: Christian Prudhomme (56), der Direktor der Tour de France, ist davon überzeugt, dass die deutsch-französische Freundschaft der Motor der europäischen Entwicklung ist.

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Prudhomme sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“
(Samstag-Ausgabe) vor dem Start der 104. Tour am 1. Juli in
Düsseldorf: „Wir kommen in Europa nicht weiter ohne starke
deutsch-französische Beziehungen, davon bin ich absolut überzeugt, ob
es sich nun um Sport oder andere Dinge handelt.“ Vor diesem
Hintergrund „ist der Grand Départ in Düsseldorf ein sehr starkes
Zeichen“.

Die Entscheidung, den Tour-Start nach Düsseldorf vergeben zu
haben, war für Prudhomme eine Herzensangelegenheit: „Wir empfinden
Stolz, Deutschland wieder im Kreis der Tour begrüßen zu dürfen.“ Und
er sagt: „Ich hatte niemals Zweifel, dass Düsseldorf eine gute Wahl
ist. Ich erwarte einen großen Publikums-Erfolg.“ Das war auch der
letzte Tour-Auftakt in Deutschland, 1987 im Westteil von Berlin. Dazu
sagt Prudhomme: „Damals stand die Mauer noch. Das war eine große
Herausforderung, 1987 den Tour-Start in Berlin-West zu haben. Ich
erinnere mich an die Bilder – das war ein Start mit einer sehr
starken Bedeutung. Das gilt auch für den Start in Düsseldorf.“

Das Votum für Düsseldorf hat für die Tour-Veranstalterin ASO zudem
auch einen wirtschaftlichen Aspekt – der deutsche Markt spielt auch
eine Rolle: „Deutschland ist interessant für uns.“ Deshalb haben
Tour-Starts im Ausland insgesamt eine besondere Bedeutung für die
ASO. Das soll auch künftig so bleiben: „Wir gehen ins Ausland, weil
die Tour de France einen besonderen Stellenwert hat. Wir gehen auch
ins Ausland, weil die Tour das größte Radrennen der Welt ist. Weil es
viele Zuschauer gibt. Und weil wir dahin gehen, wo die Leidenschaft
ist.“

Zur Doping-Problematik seines Sports und zur allgemeinen Skepsis
des deutschen Publikums in dieser Angelegenheit sagt Prudhomme: „Der
Radsport der Gegenwart ist keine perfekte Welt, die gibt es nicht.
Aber: Es gibt einen wirklichen Wandel im Radsport. Jetzt finden wir
hin und wieder den besten Neuprofi schon unter den Besten des
Profifeldes – das bedeutet etwas. Beim Giro d–Italia im Mai haben wir
in den Bergen nur noch die Kapitäne vorne gesehen – und nicht mehr
ganze Mannschaften. Das ist ein gutes Zeichen.“

Von seinem Job als Tour-Direktor wiederum ist Prudhomme auch im
zehnten Jahr nach wie vor begeistert: „Für mich ist das kein Beruf,
kein Tätigkeitsfeld – es ist eine Mission.“ Das Fahrerfeld der
Zukunft, das ist Prudhommes Vision, könne noch internationaler
werden. Aber bei allem Wandel und Wachstum dürfe man nicht
ausblenden, wo man herkomme: „Unsere Wurzeln dürfen wir nie
vergessen.“

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
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Telefon: 0221 224 3149

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