Kölnische Rundschau: Brandgefährlich

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Von Sandro Schmidt

zum Terroranschlag in Teheran

Der Doppelanschlag von Teheran trifft das Mullah-Regime ins Mark.
Wenn es Terroristen in einem Land, in dem der Geheimdienst und die
Sicherheitskräfte allgegenwärtig agieren, gelingt, gewaltsam das
Parlament sowie das Mausoleum des Gründers der Islamischen Republik,
Ayatollah Ruhollah Chomeini, zu stürmen, erschüttert das die
vermeintlich unumschränkte Macht der Regierenden zutiefst. Bisher
bezeichnete sich der Iran stolz als das sicherste Land im gesamten
Nahen Osten. Dieses Selbstverständnis dürfte fürs Erste zerstört
sein.

Die abscheuliche Attacke zeigt allerdings auch, dass selbst
strengste Sicherheitsvorkehrungen in einer der brutalsten Diktaturen
der Welt nicht vor den Verbrechen zu allem entschlossener
Mörderbanden schützen. Bei allem Verständnis für die berechtigte
Diskussion über Sicherheitsmaßnahmen in unseren westlichen
Demokratien sollte dies auch uns zu denken geben. Selbst die
Abschaffung von Freiheit bewahrt nicht vor Terror. Der sogenannte
Islamische Staat hat sich einmal mehr zur menschenverachtenden Tat
bekannt. Die Selbstbezichtigung ist glaubhaft, denn der Iran gehört
erklärtermaßen schon ideologisch zu den Todfeinden radikaler
Sunniten, die Schiiten als todeswürdige Glaubensabtrünnige
betrachten. Hinzu kommt, dass das Regime in Teheran militärisch
sowohl am Syrienkrieg als Partner des Diktators Baschar al-Assad als
auch am Irak-Krieg als Mentor der Regierung in Bagdad beteiligt ist.
In beiden Fällen steht der „Islamische Staat“ auf der anderen Seite
der Front.

Der Iran versucht seit Jahren, zusammen mit seinen Verbündeten in
Bagdad, Damaskus und auch mit Hilfe der Hisbollah im Libanon eine Art
schiitisches Bollwerk gegen die Sunniten zu errichten. Teheran will
zur dominierenden Macht der Region aufsteigen. Dies ist nicht nur
militanten Kämpfern der konkurrierenden Glaubensrichtung ein Dorn im
Auge.

Zwischen den Herrschenden in Teheran und dem saudi-arabischen
Königshaus besteht ein hasserfülltes Konkurrenzverhältnis.
Stellvertreterkriege werden bereits im Jemen, im Irak und in Syrien
geführt. Gerade haben die Saudis unter dem Vorwand, Katar stehe auf
der Seite der Mullahs, begonnen, das Emirat am Golf zu isolieren und
mit einer Blockade zu malträtieren. Sollten die Entscheidungsträger
in Teheran ihrerseits nun zu der Erkenntnis kommen, Riad stecke
hinter dem Angriff auf das Zentrum ihrer Hauptstadt, könnte sich
dieser Vorwurf schnell zu einer direkten militärischen Konfrontation
zwischen den beiden mächtigsten Staaten im Nahen Osten ausweiten –
mit katastrophalen für die Region und darüber hinaus. Dass gerade
reiche Saudis jahrelang die Terrormiliz IS finanziell massiv
unterstützt haben, ist kein Geheimnis.

Noch halten sich die Mullahs in Teheran mit Schuldzuweisungen
zurück. Doch die Lage rund um den Persischen Golf ist
brandgefährlich.

Pressekontakt:
Kölnische Rundschau
Sandro Schmidt
Telefon: 0228-6688-526
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